Arbeitsunfall? Geschäftsführer erleidet Bänderriss beim Apfelpflücken

Montag, 22.12.2014 BJ

Unrechtmäßig die Äpfel des Nachbarn zu pflücken ist meist keine so gute Idee. Blöde wird es aber, wenn man sich dabei auch noch verletzt. Richtig dreist wird es jedoch, wenn man das Ganze dann auch noch als Arbeitsunfall bezeichnet und Krankengeld haben möchte…

Ein Unternehmer erklärte vor Gericht, dass sich die Gemeinde nicht um die Pflege des Grünstreifens gekümmert habe. Für seinen Betrieb sei es aber wichtig, dass auch das Umfeld einen guten Eindruck machen würde. Deshalb hätten seine Mitarbeiter und er nicht nur regelmäßig die Wiese gemäht, sondern auch die Äpfel geerntet. Dabei sei er dann von der Leiter gefallen und habe sich verletzt. Das Sozialgericht Heilbronn fand die Argumentation jedoch nicht besonders überzeugend. Vor allem nicht, als herauskam, dass der Geschäftsführer die Äpfel anschließend privat verkaufte. Deshalb sah das Gericht die Apfelernte als eine Art „Freizeitbeschäftigung“. Und die sei nicht versichert. Von einer Verurteilung wegen Diebstahls sahen die Richter ausnahmsweise einmal ab.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Sozialgericht Heilbronn Urt. v. 04.11.2014, Az. S 6 U 1056/14 G

§§ 45 ff. SGB VII

Apfelbaum mit Leiter

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