„Dream Girls 2014“ – Anwälte dürfen nicht mit nackten Tatsachen werben!

Sonntag, 15.02.2015 BJ

Ein Rechtsanwalt verschickte neben einem Deckblatt mit seiner Kanzleiadresse auch Pin-Up Kalender mit zwölf „kaum bekleideten Damen“ an seine Mandantschaft. Deswegen bekam er nun ordentlich Ärger…

Bei welcher Kundschaft der Anwalt mit dieser Aktion Vertrauen in seine Tätigkeit wecken wollte, ist nicht bekannt. Fest steht nur, dass er sich damit selber nicht nur die Rechtsanwaltskammer, sondern auch das Anwaltsgericht auf den Hals hetzte. Denn: Rechtsanwälte dürfen ihre Mandanten zwar jederzeit mit Werbegeschenken erfreuen, diese müssen aber in „Form und Inhalt sachlich" sein. Werbekalender mit dem Titel „Dream-Girls 2014“ erfüllen diese Anforderungen jedenfalls nicht, stellte das Anwaltsgericht fest.

Schön anzuschauen sind sie ja…

Obwohl einige Mandanten den Kalender vermutlich dankend entgegen genommen hatten und vielleicht beim Anblick der „Dame des Monats“ auch gelegentlich an den großzügigen Anwalt denken werden, hat das Anwaltsgericht die Unzulässigkeit der Maßnahme festgestellt. Peinlich. Dabei hatte der Anwalt aber vermutlich noch Glück gehabt. Denn das Gericht verurteilte ihn nur wegen der Absicht, mit der Aktion Gewinn erzielen zu wollen. Dass der Anwalt möglicherweise aber auch gegen das Gebot der Gleichbehandlung verstoßen hat, indem er für die weibliche Mandantschaft keine Herrenkalender verschickte, fiel dem Gericht gar nicht erst auf…

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Anwaltsgericht Beschl. v. 15.12.2014, Az. 10 EV 490/14

§ 43b BRAO

Polizei, Pin-Up-Girls

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