Klitschko: OLG Hamm entscheidet über vitalisierendes Bier

Mittwoch, 26.11.2014 BJ

An was denken Sie, wenn eine Brauerei ihr alkoholfreies Bier anpreist und dabei betont, dass der Trank „vitalisierend“ sei?

An Vitali Klitschko natürlich! Meinte zumindest die Brauerei Warsteiner, welche einen der beiden Box-Brüder als Werbeobjekt unter Vertrag hatte. Anderer Auffassung war da der Verbraucher-Schutzverband aus München, welcher in der Bezeichnung „vitalisierend, erfrischend und isotonisch“ eine unzulässige Werbeaussage vermutete. Dem Verbraucher würde nämlich suggeriert, dass durch den Genuss des Bieres eine Verbesserung der Gesundheit eintrete.

Löscht vielleicht den Durst …

Das sah das Oberlandesgericht genauso: Auch „wenn der Konsument die Doppeldeutung begreift, verbindet er mit dem Bier durch die Bezeichnung „vitalisierend“ eine belebende und anregende Wirkung“. Da auf dem vielfach verkauften Produkt aber keine nähere Bedeutung eines Nährstoffs für die Körperfunktionen beschrieben wurde, erklärte das Gericht die Werbung für unzulässig.

… vitalisiert aber nicht!

Warsteiner kann das verkraften. Der Gag war sowieso weg, als der Werbevertrag mit Vitali Klitschko endete. Aus diesem Grund stellte die Brauerei den Werbeslogan sogar schon vor dem Rechtsstreit um. Und mit Kundenbeschwerden, welche den ausgebliebenen ‚Vitalisierungseffekt‘ beklagen, muss die Privatbrauerei wohl auch kaum rechnen. Dennoch haben die Verbraucherschützer ihre Klage bis zum Ende erfolgreich durchgefochten, um für die Werbeindustrie ein Exempel zu statuieren.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Oberlandesgericht Hamm Urt. v. 20.05.2014, Az. 4 U 19/1

Art. 10 Abs. 3, 13, 14 HCVO

Vitali Klitschko

Weitere Artikel

Kommentare