Udo Lindenberg: Hinterm Horizont herrscht Panik auf der Titanic

Mittwoch, 13.05.2015 PK

Seit 2011 läuft Udo Lindenbergs Erfolgsmusical „Hinterm Horizont“ im Theater am Potsdamer Platz in Berlin. Millionen haben es gesehen. Jetzt hat der Berliner Autor Martin Verges gegen Lindenberg geklagt: Er behauptet, der Panikrocker hätte bei ihm abgekupfert…

Doch das Berliner Kammergericht machte Schluss mit der Panik auf der Titanic. Martin Verges kann nicht beanspruchen, als Urheber im Libretto des Musicals genannt zu werden.

Es geht um Geld, was sonst...

Wie ist er bloß  auf solch eine Idee gekommen? Die Geschichte beginnt etwa 1995: Damals schrieb Verges das Musical „Mädchen aus Ostberlin“, basierend auf dem gleichnamigen Lindenberg-Song. Doch nach anfänglichem Interesse lehnte der Großmeister des Panik-Rock dankend ab. Das Stück kam nie auf die Bühne. Weil aber die Story wohl Ähnlichkeiten zum aktuellen Musical aufweist, wollte der Autor nun beteiligt werden. Dabei geht es ganz sicher nicht nur um Ruhm und Ehre, sondern auch um jede Menge Geld.   

...aber davon sieht er keinen Cent

Nun: Geld bekommt er keins, den Ruhm hat er, wenn auch einen recht zweifelhaften, und die Ehre dürfte er wohl verspielt haben. Das Kammergericht Berlin wies jetzt jedenfalls seine Berufungsklage ab und bestätigte damit das Urteil der Vorinstanz. 

Denn die Story ist ein Stück Lebenslauf

In diesem Urteil heißt es sinngemäß: „Die bloße Verwendung einzelner Ideen reiche für eine Verletzung des Urheberrechts nicht aus. Die Story des Musicals, nämlich die Liebesgeschichte zwischen einem Rockstar und einer Kommunistin, das legendäre Konzert 1983 in dem Palast der Republik und der Mauerfall, sind Bestandteile der wirklichen Biographie von Udo Lindenberg und können daher nicht geistiges Eigentum eines anderen Autoren sein.

Also wieder alles klar auf der Andrea Doria!

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

KG Berlin: 24 U 3/14, Urteil vom 20.04.2015

Udo Lindenberg

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