Paul Walkers Todesfahrt: Schnell und wild, aber völlig(?) schuldlos…

Montag, 05.10.2015 PK

Am 30. November 2013 verbrannten „Fast and Furious“-Star Paul Walker und sein Freund, der Rennfahrer Roger Rodas im Wrack eines Porsche GT, nachdem Rodas die Kontrolle über das schnelle Geschoss verloren hatte. Jetzt, fast zwei Jahre nach dem schockierenden Unfall, klagt Paul Walkers Tochter gegen Porsche. Angeblich war ein defekter Gurt mit schuld am Tod ihres Vaters…

Und es ist nicht die erste Klage in diesem Fall: Schon ein halbes Jahr nach dem tödlichen Unfall zog die Witwe von Roger Rodas vor Gericht. Denn bereits sie warf dem Sportwagenhersteller Porsche vor, das Auto sei wegen Konstruktionsfehlern und Defekten an Einzelteilen nicht sicher gewesen. Ihr verstorbener Mann könne deshalb nichts für den Aufprall gegen mehrere Bäume – er sei schließlich nur 55 Meilen (88 km/h) gefahren. (Dass an dieser Stelle allerdings nur 45 Meilen, also maximal 72 km/h erlaubt waren, sei hier nur am Rande erwähnt…)

Eindeutiger Polizeibericht

Sieht man sich den Polizeibericht an, so spricht der allerdings eine ganz andere Sprache: Die Ermittler stellten damals fest, dass der Wagen mit bis zu 150 km/h gefahren worden sein muss – also mehr als doppelt so schnell wie erlaubt. Damit war die Klage eigentlich schon im Vorfeld widerlegt. Entschieden ist sie aber dennoch bis heute noch nicht.

Könnte Walker noch leben?

Trotzdem - oder vielleicht genau deswegen - schlägt jetzt Paul Walkers Tochter Meadow (16) in dieselbe Kerbe. Ihre Anwälte behaupten nämlich jetzt, der Sicherheitsgurt hätte verhindert, dass Paul Walker aus dem brennenden Wrack herauskam. Hätte „es diesen technischen Mangel nicht gegeben, wäre Walker heute womöglich noch am Leben“, so heißt es in der Klageschrift. Offenbar zielt jedoch auch diese Klage vorrangig darauf ab, aus dem Tod des Hollywood-Stars ordentlich Profit zu schlagen. Schließlich hatten die Behörden eindeutig belegen können, dass überhöhte Geschwindigkeit und rücksichtsloses Fahren die Unfallursachen waren. 

Zwei gravierende technische Mängel

Zwei technische Mängel gab es an dem Porsche GT allerdings tatsächlich. Erstens: Die Reifen waren bereits neun(!) Jahre alt und extrem abgefahren. Zweitens: Der Fahrer hatte im Zweifel selber eine Schraube locker. Denn mit 612 PS und einem Beschleunigungsvermögen von 3,9 Sekunden von 0-100 km/h macht man auf öffentlichen Straßen keine Filmstunts - und genau das hatte Rodas offenbar getan. Doch dafür kann man Porsche nun beim besten Willen keinen Vorwurf machen…

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr § 315b StGB

Fahrlässige Tötung  § 222 StGB

Paul Walker

Weitere Artikel

Kommentare