Wurst gegen Duck: Wenn der bürgerliche Name auf Künstlernamen trifft...gibt`s meistens Ärger!

Dienstag, 21.10.2014 PK

Entenhausen droht ein tierischer Prozess: Kaum hat die Dragqueen Conchita Wurst den European Song Contest im Sack (T´schuldigung, anm. d. Red.), tritt in Entenhausen ihr tierisches Ebenbild auf den Plan: Eine Ente mit Bart, die sich Conchita Duck nennt. Doch auch so manch anderer unserer Promis könnte ein Liedchen über die Last des eigenen Namens singen:

Wendler gegen Wendler

Auch Schlagersänger Michael Wendler (Künstlername „Der Wendler“) wurde von Frank Wendler (tatsächlich sein bürgerlicher Name; ebenfalls Schlagersänger) verklagt, sich einen neuen Namen für seine Auftritte auszudenken. Der Prozess ging in zweiter Instanz aus wie das Hornberger Schießen: Keiner von ihnen darf nun die Bezeichnung „Der Wendler“ verwenden, ohne klarzustellen, um welchen es sich denn handelt, etwa indem auch der Vorname genannt wird (OLG Düsseldorf: 2a O 317/11).

Holmes gegen Holmes

Schauspielerin Katie Holmes (Ex-Frau von Tom Cruise) legte sich kürzlich mit einer Porno-Darstellerin an, weil die sich dreist Katee Holmes nannte. Andere Pseudonyme in der Horizontal-Filme sind übrigens Clit Eastwood und Britney Rears (Clit müssen wir wohl nicht erklären; rear = Gesäß).

Bully gegen Bully

Der Comedian Michael „Bully“ Herbig wollte das Playstation-Spiel „Bully – Die Ehrenrunde“ verbieten lassen, wurde allerdings vom Landgericht München abgebügelt (Landgericht München I: 33 O 24030/07).

Und umgekehrt: Der Name bleibt geheim

Der Fall Schröder gegen Wikipedia: Atze Schröder, eine Kunstfigur, konnte gegen Wikipedia durchsetzen, dass sein bürgerlicher Name nicht genannt wird. Das ist auf der deutschen Wikipedia-Seite auch wirklich so. Sehen wir ihm nach, dass Herrn Schröders Muskelspiel nicht auch für die englischsprachige Seite gereicht hat. Also: Einfach die Sprache umschalten, schon steht da... (oops!). Versprechen können wir so viel: Nichts an Atze Schröder ist komischer.

Vorgetäuschte Existenz 

Bei solch geballter Wut gegen Nachahmer muss sich Entenhausens neue Mitbürgerin wohl warm anziehen. Denn sie hat, da sie keine Original-Disneyfigur ist (auch das täuscht sie nur vor) wenig Rückhalt unter den Eingeborenen – eventuell droht ihr hier sogar eine Strafsache wegen Betruges (§ 263 StGB). Die Panzerknacker finden zwar den Bart ganz lustig, doch Daisy ist empört, Donalds Neffen haben Angst, und Onkel Dagobert lässt verlauten: Solange ihm die schräge Tussi nicht auf der Tasche liege, sei sie ihm Wurst!

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

OLG Düsseldorf: 2a O 317/11, Landgericht München I: 33 O 24030/07

§ 263 StGB

Richter

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