Marco Russ: So schnell kann man Geld ausgeben…

Sonntag, 25.01.2015 PK

Gerast, geblitzt, gelogen. Das kennen wir ja schon von Marco Reus („Doppelnull ohne Lizenz zum Fahren“). Jetzt tut es ihm sein Beinahe-Namensvetter Marco Russ gleich: Der Profispieler bei der Frankfurter Eintracht muss laut Strafbefehl 160.000 Euro berappen. Grund: Abgabe einer falschen eidesstattlichen Erklärung.

An sich ein geradezu lächerlicher Fall: Der Frankfurter Abwehrspieler wurde im Raum Limburg geblitzt und bekam einen Bußgeldbescheid über 250 Euro. Aber den wollte er partout nicht bezahlen. Folge: Er wurde vorgeladen, um sich vor Gericht zu verantworten. Doch Russ erschien nicht zum Verhandlungstermin. Er sei verhandlungsunfähig, schrieb er in einer eidesstattlichen Versicherung – und legte, um seine Entschuldigung zu untermauern, ein ärztliches Attest bei.

Schnell gesund, aber dumm wie Brot

Zu dumm allerdings, dass Russ am selben Abend der abgesagten Gerichtsverhandlung zu einem Fußballspiel auf dem Rasen antrat.  War wohl doch nicht so schlimm, die Erkrankung. Oder es muss eine Wunderheilung mit Turbowirkung gegeben haben.

Jedenfalls stand der Auftritt des Eintrachters am nächsten Morgen in der Lokalpresse. Und die zuständige Richterin - welch Zufall - eine fußballbegeisterte Frau, hatte es Schwarz auf Weiß, dass Russ beim grandiosen 17:2-Erfolg über den B-Ligisten SKG Wallerstädten sogar als Torschütze aufgetreten war. 

Na ja, jetzt verlangt das Gericht zum ursprünglichen Bußgeldbescheid von 250 Euro noch 80 Tagessätze à 2.000 Euro wegen Abgabe einer falschen eidesstattlichen Versicherung. Macht unterm Strich 160.000 Euro mehr, als er ursprünglich hätte zahlen müssen.

Das zweite Mal in die Falle getappt

Sicher kann jeder nachempfinden, dass die Summe dem Termin-Schwänzer nicht passte. Und tatsächlich legte er erneut Einspruch, diesmal gegen den Strafbefehl, ein. Formal korrekt – nur geholfen hat ihm das nicht. Denn er hatte keine Wahl: Entweder zahlen oder den zweiten Gerichtstermin akzeptieren – der allerdings hätte ausgerechnet so ungünstig gelegen, dass Russ nicht mit zum Spiel nach Abu Dhabi hätte reisen können.

Können deutsche Richter Voodoo?

Da ist er inzwischen eingetroffen und hat am Samstag am Training teilgenommen – 45 Minuten lang. Dann humpelte er vom Platz. „Pferdekuss“ lautet die Diagnose – umgangssprachlich eine Prellung am Oberschenkel. Das klingt schon fast wie Voodoo-Zauber: Aus der Ferne ordentlich den Hintern versohlt für so viel Blödheit!

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