Katy Karrenbauer: Trotz Knastkenntnis selbst reingefallen

Montag, 20.06.2016 DLK

Da denkt man doch, die Katy hat selbst jahrelang das Knastleben gelebt und deshalb keine Lust, sich im „normalen“ Leben juristische Probleme aufzuhalsen. Doch spätestens nach ihrem Insolvenzantrag 2009 wurde man eines besseren belehrt. Und sofort kam die Frage auf: Hatte der persönliche Konkurs mit ihrem spielsüchtigen Freund zu tun? Und was bedeutet es eigentlich, wenn man selbst oder der Partner der Spielsucht verfallen ist?…

Bereits der ehemalig Profifußballer René Schnitzler und der beliebte Moderator Carlo von Tiedemann bekannten sich öffentlich 2012 in der Talkshow von Sandra Meischberger zu ihrer inzwischen geheilten Spielsucht. Dabei muss man grundsätzlich wissen: Spielsucht wird genauso behandelt wie z.B. eine Drogen- oder Alkoholsucht. Und genauso wie trockene Alkoholiker sind ehemalige Spieler nach erfolgreicher Therapie ein Leben lang gefährdet, rückfällig zu werden.

Wenn der Partner ein Problem hat

Katys damaliger Freund war Spieler, süchtig nach dem Reiz, süchtig nach einarmigen Banditen. Ein Spieler jedoch verzockt irgendwann alles. Wer dann straffällig wird, um sich mehr Geld zu beschaffen, kommt vor Gericht. Allerdings kann die Spielsucht als Erkrankung unter Umständen in den § 20 des deutschen StGB eingegliedert werden, der nämlich die Schuldunfähigkeit erklärt. 

Spielsüchtig zu sein reicht nicht

Doch dazu müssen strengste Kriterien erfüllt sein, wie der Bundesgerichtshof in seinem Beschluss des 2. Strafsenats vom 9.10.2012 - 2 StR 297/12  festgelegt hat: „Pathologisches Spielen stellt für sich genommen noch keine die Schuldfähigkeit erheblich einschränkende oder ausschließende krankhafte seelische Störung oder schwere andere seelische Abartigkeit dar… Maßgeblich ist insoweit vielmehr, ob der Betroffene durch seine Spielsucht gravierende Änderungen in seiner Persönlichkeit erfährt, die in ihrem Schweregrad einer krankhaften seelischen Störung gleichwertig sind. Nur wenn die Spielsucht zu schwersten Persönlichkeitsveränderungen führt oder der Täter bei Geldbeschaffungstaten unter starken Entzugserscheinungen gelitten hat, kann ausnahmsweise eine erhebliche Verminderung der Steuerungsfähigkeit anzunehmen sein…

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

BGH, Beschluss des 2. Strafsenats vom 9.10.2012 - 2 StR 297/12 

§ 20 StGB

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