Heidi Klums GNTM: Melanie verliert den Job – und Top-Model wird sie nun auch nicht

Mittwoch, 04.03.2015 PK

Hunderte von jungen Frauen fieberten Mitte Februar wieder dem Traum vom Job als Top-Model entgegen. Eine von ihnen hat dafür sogar riskiert, ihren Job zu verlieren. Denn als ihr Chef erfuhr, dass Melanie bei Heidi Klums Casting auftrat, warf er sie raus.

Warum? Die 20-Jährige hatte sich für ein halbes Jahr krank gemeldet. Und als sie das Casting überstanden hatte, postet sie Aufnahmen von ihrem Auftritt im Internet. Dummerweise ist aber das Internet kein geeigneter Ort, um Geheimnisse zu bewahren – und wer sich krank meldet, kann durchaus seinen Job verlieren, wenn die Krankheit nur vorgetäuscht ist.

Krankheit nur vorgetäuscht?

Ob hier tatsächlich eine Täuschung des Arbeitgebers vorliegt, wird wohl demnächst das Arbeitsgericht zu klären haben. Denn Melanie klagt gegen die Kündigung. Ob sie damit Erfolg haben wird? Nun, selbst wenn seitens des Arbeitgebers der Wahrheitsgehalt einer Krankschreibung bezweifelt wird, ist eine fristlose Kündigung in aller Regel rechtswidrig. Zum Beispiel dann, wenn der Betreffende einen leichten Nebenjob ausübt, der seine Genesung nicht beeinträchtigt. Al­so kann der Ar­beit­ge­ber nur mit einer or­dent­li­chen (d.h. fristgemäßen) „ver­hal­tens­be­ding­ten Kündi­gung" Er­folg ha­ben.

Wahrscheinlich darf sie den Job behalten

Und solche ordentlichen Kündi­gungen schei­ter­n häufig, wenn der Ar­beit­neh­mer nicht vorher schon einmal ein­schlägig wegen seines Fehlverhaltens ab­ge­mahnt wurde. Melanies Anwalt zufolge wurde die Teilnahme am Casting sogar ausdrücklich von der Ärztin empfohlen. Seiner Meinung nach stehen die Chancen also nicht schlecht, dass das Nachwuchs-Model seinen „bürgerlichen“ Beruf behalten darf.   

Und den wird sie wohl zukünftig mehr denn je zu schätzen wissen. Denn auf Heidi Klums Passagierliste derjenigen Models, die nach Los Angeles mitfliegen dürfen, taucht der Name Melanie nicht auf.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Lan­des­ar­beits­ge­richt Köln, Ur­teil vom 16.10.2013, 11 Sa 915/12

Lan­des­ar­beits­ge­richt Rhein­land-Pfalz, Ur­teil vom 11.07.2013, 10 Sa 100/13

Lan­des­ar­beits­ge­richt Rhein­land-Pfalz, Ur­teil vom 06.06.2013, 10 Sa 17/13

Los Angeles

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