135.000 Euro: Bushido akzeptiert Strafbefehl

Dienstag, 09.02.2016 PK

So wird aus einem Rapper ein echter „Gangsta-Rapper“: Bushido, dem die Berliner Justiz Berichten zufolge Steuerhinterziehung vorwirft, hat gegen einen Strafbefehl keinen Einspruch eingelegt. Damit gilt der Mann jetzt als vorbestraft…

Die 135.000 Euro, die Herr Anis Ferchichi - wie Bushido mit bürgerlichem Namen heißt - in die Staatskasse einzahlen darf, entsprechen mehr als 90 Tagessätzen. Der 37-Jährige hat auf einen Einspruch gegen den Strafbefehl verzichtet – hätte vielleicht nicht besonders gut für ihn ausgesehen, wenn der Vorwurf der Steuerhinterziehung öffentlich verhandelt worden wäre. 

Der Schuss kann nach hinten losgehen

Exakt zwei Wochen hat man für den Einspruch Zeit, sobald einem ein Strafbefehl zugestellt worden ist. In dem Fall kommt es grundsätzlich zum Hauptverfahren. Das kann sich für den Betroffenen lohnen, denn viele Strafbefehle sind falsch. Ziel des Einspruches muss gar nicht unbedingt der Freispruch sein, sondern vielleicht auch „nur“ eine Abmilderung der Geldstrafe oder die Vermeidung des Eintrags im Bundeszentralregister. Doch Achtung: Im Strafbefehlsverfahren gilt das sogenannte Verschlechterungsverbot nicht. Das heißt: Der Richter kann in der Hauptverhandlung eine höhere Strafe verhängen!

Ein Skandal reicht wohl nicht

Nun: Womöglich wäre das ja Bushido passiert.  Immerhin hatte die Berliner Staatsanwaltschaft bereits seit mehreren Jahren wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung gegen den Rapper ermittelt. Im Mai 2013 durchsuchten dann Ermittler sein Wohnhaus sowie mehrere Adressen von Steuerberater und Management. Und erst im November kam es zu einem weiteren Ermittlungsverfahren gegen den Skandal-Rapper. Der Verdacht diesmal: Versicherungsbetrug.

Diese Nummer stinkt zum Himmel

Hintergrund ist ein Einbruch in ein Geschäft für exotische Fische, das Bushido in Berlin-Steglitz betreibt. Womöglich  ein fingierter Einbruch, bei dem es darum gegangen sein könnte, 350.000 Euro von der Versicherung zu kassieren. Denn „nach unseren Erkenntnissen hat der Einbruch nicht stattgefunden“, sagte der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft. 

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Steuerhinterziehung § 370 Abgabenordnung (AO)

Einbruch § 243 StGB

Vortäuschen einer Straftat § 145d StGB

Versicherungsbetrug § 263 StGB

Rapper-Hund

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