Was Dieter Bohlen und Prinz Ernst August gemeinsam haben

Sonntag, 22.02.2015 PK

Vor 15 Jahren hatte die Zigaretten-Marke „Lucky Strike“ die witzige Idee, mit den Vornamen Dieter, Ernst und August eine ironische Werbekampagne zu starten. Die beiden „Hauptdarsteller“ dieser Aktion fanden das aber gar nicht komisch und klagten bis zum Europäische Gerichtshof für Menschenrechte auf Entschädigung…

Und jetzt gab es die Klatsche. Die Richter schickten die beiden unfreiwilligen Komiker wieder nach Hause. Mit der durch die Werbung ausgelösten „Kränkung“ werden sie also fortan leben müssen.

Den Dieter beleidigen – geht gar nicht!

Zur Erinnerung, der Fall Bohlen: In der Anzeige und auf Plakaten waren zwei Zigarettenschachtel zu sehen, die sich anscheinend miteinander unterhielten. Darüber stand: „Schau mal, lieber Dieter, so einfach schreibt man super Bücher.“ Die Wörter „lieber“, „einfach“ und „super“ waren durchgestrichen, aber noch lesbar. Klar war das eine Anspielung auf Bohlens Buch „Hinter den Kulissen“, in dem einige persönlichkeitsverletzende Textpassagen geschwärzt werden mussten, bevor es in den Verkauf kam. 

Vom Prügelprinz zum Schmollprinz

Zur Erinnerung, der Fall Ernst August: Das Werbeplakat zeigte eine zerknüllte Zigarettenschachtel, überschrieben mit der Frage: „War das Ernst? Oder August?“. Jeder verstand die Anspielung auf den Prügelprinzen, der im Vorfeld mehrere Gewaltausbrüche an den Tag gelegt hatte, z.B. einen gegen einen TV-Journalisten, einen weiteren gegen einen Nachtclubbesitzer auf einer kenianischen Ferieninsel. Der Prügelprinz selbst verstand natürlich ebenfalls – und schmollte von nun an.

Letztlich ging es nur um Kleingeld

Tatsächlich bekamen damals beide vor dem Oberlandesgericht Hamburg ein bisschen Geld zugesprochen, das in der fraglichen Einkommensklasse allerdings kaum ins Gewicht fallen dürfte: Bohlen erstritt sich 35.000 Euro, der Prinz 60.000. Doch der Zigarettenhersteller legte Revision ein. Und so entschied schließlich im Jahr 2008 der Bundesgerichtshof gegen die beiden Promis. Doch weder Bohlen noch Ernst August wollten die Sache auf sich beruhen lassen und zogen bis zum Europäische Gerichtshof für Menschenrechte, der sich aber auch gegen die beiden aussprach… eine teure Entscheidung für die Herren, da die Kosten für solche Verfahren derjenige zahlen muss, der verliert.

Die alles entscheidende Runde

Aber vielleicht geht das für uns amüsante Spektakel ja doch noch weiter: eine Berufung ist nämlich zulässig! Und dann dürften wir uns auf die letzte Runde im Promi-Fight freuen. Dem DSDS-Chefinquisitor Bohlen geben wir da gerne einen seiner eigenen Sprüche mit auf den Weg: „Du musst nicht traurig sein. Guck mal, Schweine können nicht Stabhochspringen und sind deshalb auch nicht traurig.“…

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Schadensersatz § 823 BGB 

Menschenwürde Art. 1 Abs. 1 GG

Schweinchen auf Zaun

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