Bild-Zeitung: Gabriele Pauli ist keine "durchgeknallte Frau"

Mittwoch, 01.10.2014 HH

Für aufreizende Fotos, die die ehemalige CSU-Landesrätin aus Fürth mit Latex-Handschuhen und in eindeutigen „Domina“-Posen zeigte, musste die Politikerin viel Polemik über sich ergehen lassen. Vor allem der Reporter Franz Josef Wagner von der „Bild“-Zeitung ließ es sich nicht nehmen, Pauli als „durchgeknallte Frau“ zu bezeichnen.

Der Journalist hatte 2007 in seiner Kolumne Pauli als frustrierte, von Hormonen durcheinander gebrachte Frau dargestellt, die auch gerne einmal Liebe, Orgasmus, Feminismus und Vernunft durcheinander wirble. Pauli selber hatte damals heftige Kritik an der Fotoproduktion geäußert: Sie sei getäuscht und hereingelegt worden, da für sie „Latex ein ganz normales Material“ sei. Erst die „Männerphantasien“ hätten etwas anderes daraus gemacht.

Wer hoch fliegt....

Bekannt geworden war Pauli 2006 durch ihren öffentlich Aufruf zum Sturz des damaligen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber. Daraufhin war die „Königsmörderin“ durch alle Medien als neuer, schöner Polit-Star geschwirrt. Nach den freizügigen Bildern wendeten sich allerdings viele ihrer politischen Weggefährten von ihr ab. Viele Beobachter sahen die aufreizenden Bilder außerdem als Genickbruch ihrer Politik-Karriere.

Ein Schelm, der Böses dabei denkt…

Zwar sei es "in Ordnung, dass der Bericht die Bilder in die Nähe von Pornographie gerückt hatte", urteilte das Bundesverfassungsgericht, aber "die Bezeichnung als „durchgeknallte Frau“ in diesem Kontext könne eine ehrverletzende Äußerung sein, die nicht mehr durch das Recht auf Meinungsfreiheit gedeckt sei"

Soviel zu diesem Urteil. Ob man aber nach jahrelangem Rechtsstreit mit der Kurzzusammenfassung „Pornographie ja, durchgeknallt sein nein“ zufrieden sein kann, bleibt schlussendlich dahingestellt und jedem selber überlassen…

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

AZ 1BvR 194/13 Urt. vom 11.12.13

Richter

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