Das würde auch in Deutschland funktionieren: Charlie Sheen – von der Ex-Verlobten wegen HIV verklagt

Mittwoch, 09.12.2015 PK

Serienstar Charlie Sheen und die ehemalige Pornodarstellerin Scottine Ross alias Brett Rossi landeten erst in den Kissen, jetzt vor Gericht. Und den Grund für ihre abgesagte Hochzeit kennen wir nun auch endlich...

Sie haben vor gut einem Jahr bei Advopedia die Geschichte kennengelernt: Kurz vor der Hochzeit trennten sich Sheen (50) und Rossi (26) („Charlie Sheen und die Frauen“). Der Grund dafür blieb im Dunkeln – bis jetzt. Denn erst kürzlich rückte unser Charlie mit der Wahrheit heraus: Er ist HIV-positiv. Und das ist, wie jeder weiß, verdammt negativ – vor allem, wenn man es seinem Sexualpartner verheimlicht. Genau das aber soll Charlie Sheen getan haben – und deshalb klagt seine Ex jetzt auf Schadensersatz (in noch unbekannter Höhe), weil er trotz seiner Infektion ungeschützten Sex mit ihr hatte.

Wie ist die Rechtslage in Deutschland?

Nun wissen wir ja, wie solche Prozesse in Amerika ausgehen: Der eine stößt sich gesund, der andere zupft halt ein paar große Scheine aus der Portokasse. Alles keine Überraschung – und auch nicht wirklich spannend - Geld genug hat der Charlie ja… Was aber spannend ist: die Frage nach der Rechtslage in Deutschland. Also: Was kann passieren, wenn jemand seine HIV-Infektion verschweigt und mit seinem Partner bzw. Partnerin ungeschützten Sex hat? 

Darf man HIV verheimlichen? 

Die absichtliche oder fahrlässige Weitergabe von HIV wird hierzulande als Körperverletzung eingestuft, ist also strafbar. Ob es dann zu einer Verurteilung kommt, hängt im Wesentlichen davon ab, ob der zunächst nicht infizierte Partner von der Krankheit seines Gegenübers wusste, und ob er dem ungeschützten Sex trotz dieses Wissen zugestimmt hat. Zudem gilt: HIV-positive Menschen, die ihren Sexualpartner schützen, indem sie Kondome verwenden, sind strafrechtlich unangreifbar, auch wenn sie nichts über ihre Infektion erzählen. Denn eine Pflicht zum Outing gibt es nicht.

Strafbar auch, wenn nichts passiert

Deutschland hat allerdings kein spezielles HIV-Gesetz. Relevant sind die beiden Paragraphen 223 und 224 des Strafgesetzbuches. Danach gilt: Auch die „lediglich bedingt vorsätzliche  Weitergabe von HIV“ ist eine gefährliche Körperverletzung. Auch ungeschützter Sex, der keine Infektion verursacht, gilt als versuchte Körperverletzung, und ist daher ebenfalls strafbar. Strafrechtliche Konsequenzen sind praktisch nur dann ausgeschlossen, wenn ein Kondom verwendet wird und trotzdem eine Infektion stattfindet.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

§§ 223 und 224 StGB

Charlie Sheen

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