Schwangerschaftsabbruch: Wenn ein Baby nie auf die Welt kommt

Dienstag, 11.11.2014 DLK

Mariella Ahrens, Ex-Frau des Grafen von Faber-Castell, hat bekannt gegeben, vor 15 Jahren ungewollt schwanger geworden zu sein und sie deshalb vorhatte, ihr Kind abzutreiben. Erst als sie den ersten Herzschlag im Ultraschall gesehen hätte, hätte sie sich dagegen entschieden. Ihre Tochter wird es ihr heute danken. Doch auch wenn sie sich damals gegen ihr Kind entschieden hätte: Wer hätte das Recht, darüber ein Urteil zu fällen?

1971 unterschrieben in Frankreich 343 prominente Frauen ein Manifest, in dem sie sich zu einer Abtreibung bekannten. Und auch Nina Hagen ist eine der Frauen, die in ihrem Leben einmal abgetrieben haben. Sie war 15 Jahre alt, als sie ungewollt schwanger wurde. Auf Druck der Mutter ließ sie das Kind gegen ihren Willen abtreiben. Zur selben Zeit spricht die Sängerin Lily Allen in England erstmals von ihrer 2010 erlebten Totgeburt. Im 6. Monat musste sie ihren Sohn tot gebären.

§ 218 ff

Ein Schwangerschaftsabbruch ist in der Regel bis zur 12. Woche nach der Empfängnis jederzeit und ohne Begründung möglich. Danach braucht es einen triftigen Grund, sonst kann ein Abbruch laut § 218 ff des Strafgesetzbuches mit Freiheitsstrafe geahndet werden. Doch natürlich gibt es zahlreiche Ausnahmen, die einer Frau den Abbruch erlauben, § 218 a führt eine Liste über diese. Wer keinen Grund findet, hat auch die Möglichkeit, ins Ausland zu gehen. Es gibt immer noch genügend Länder, wo ein Schwangerschaftsabbruch ungeahndet und unkompliziert durchgeführt wird. Und wenn man bedenkt, dass weltweit jedes Jahr ca. 70.000 Frauen bei illegalen Abtreibungen ihr Leben verlieren, kann das ein Argument dafür sein.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

§ 218 ff

Baby mit Stoffhase

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