Zeckenbiss ist Dienstunfall

Mittwoch, 01.07.2015 DOD

Zeckenbisse bei Polizisten sind als Dienstunfall anzuerkennen – sofern die Zecke während der Dienstzeit zugebissen hat…

Polizisten leben gefährlich. Sie haben nicht nur mit Mord und Totschlag, mit wilden Verfolgungsjagden und riskanten Verkehrskontrollen zu tun, sondern auch mit Zeckenbissen. Letzteres beschäftigte sogar ein Bundesgericht. Denn ein Polizist wurde bei der Überprüfung von Temposündern im hohen Gras von einer Zecke gebissen.

Sind Zecken böse?

Der Beamte ließ sich die Zecke von einer Ärztin entfernen. Sie bescheinigte ihm auch, dass der Blutsauger aller Wahrscheinlichkeit nach im hohen Gras zugebissen hatte. Dort hatte der Beamte nämlich stehen müssen, um auf der Straße fahrende Temposünder ertappen zu können. Als er den Übergriff des Blutsaugers jedoch als Dienstunfall deklarieren wollte, winkte sein Dienstherr zuerst ab. Ein Zeckenbiss sei kein spezifischer Dienstunfall, sondern könne jeden treffen und gehöre nun mal zum allgemeinen Lebensrisiko. 

Zecken sind böse!

„Das stimmt nicht“, sagte dagegen das Saarländische Oberverwaltungsgericht in Saarlouis. Ein Zeckenbiss, den ein Beamter im Dienst erleidet, ist grundsätzlich als Dienstunfall anzuerkennen, selbst wenn noch nicht feststeht, ob es zu Folgen wie etwa zu einer Borreliose-Erkrankung kommen wird…

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Saarländische Oberverwaltungsgericht, Urteil vom 22. April 2009, Aktenzeichen: 1 A 155/08

Was tun bei einem Zeckenbiss? Infos gibt's auf wer-weiss-was.de!

Zecke

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