Kopfgeld – das größte Risiko für Straftäter

Montag, 25.05.2015 PK

Immer wieder bittet die Polizei die Bevölkerung um Mithilfe auf der Suche nach Straftätern. Und das kann sogar richtig viel Geld bringen: Zum Teil werden Belohnungen in Millionenhöhe ausgesetzt. Doch wer bestimmt eigentlich, wie hoch das Kopfgeld ausfällt?…

Nach wie vor aktuell ist die Fahndung nach den drei RAF-Terroristen („Rote Armee Fraktion“) Ernst-Volker Wilhelm Staub, Daniela Klette und Burkhard Garweg. Klette und Staub wird unter anderem vorgeworfen, an einem Überfall auf einen Geldtransporter in Duisburg beteiligt gewesen zu sein (20. Juli 1999). Speichelspuren in einer Maske beweisen das. Auf der Fahndungsliste des Bundeskriminalamtes (BKA) steht: „Für Hinweise, die zur Aufklärung einzelner Straftaten der ,RAF‘ oder zur Ergreifung bestimmter Beschuldigter führen, sind hohe Belohnungssummen, im Einzelfall in Millionenhöhe, ausgelobt.“ Solche Belohnungen sind allerdings ausschließlich für Privatpersonen bestimmt – Beamte, deren Job die Verbrecherjagd ist, bekommen sie nicht.

Wer für das Kopfgeld zuständig ist

Wer in Deutschland Belohnungen in welcher Höhe aussetzen darf, ist auf Landesebene gesetzlich geregelt. Bei Beträgen bis zu 5.000 Euro ist das Sache des jeweiligen Polizeipräsidenten oder dem Leiter der Staatsanwaltschaft, Summen bis zu 10.000 Euro müssen vom Landeskriminalamt und der Generalstaatsanwaltschaft genehmigt werden. Und bei noch höherem „Kopfgeld“ liegt die Entscheidung beim Innen- oder Justizministerium.

Nach oben gibt es keine Grenze

Nach oben existiert kein Limit für Belohnungen. Oft stocken außerdem Privatleute den vom Staat ausgesetzten Betrag auf, wie zum Beispiel im Fall des vor 17 Jahren in der Nähe des Höchster Bahnhofes ermordeten Tristan Brübach. Der Fall des damals 13-jährigen Jungen konnte allerdings trotz einer Belohnung von insgesamt 100.000 Euro nicht aufgeklärt werden.

Die neuen Terroristen kommen von rechts

Trotzdem dürfte es schwierig sein, eine ausgelobte Belohnung gerichtlich durchzusetzen, selbst wenn ein Zeugenhinweis zur Ergreifung des Täters führt. Denn der kriminalistische Wert eines Hinweises lässt sich kaum objektiv bewerten. Privatleute können übrigens auch bis zu einer gewissen Höhe Kopfgelder aussetzten! (Lenßens Tipp: Unfallflucht - darf ich eine Belohnung aussetzen?)

Dennoch: Leicht verdientes Geld dürften wohl die 20.000 Euro sein, die für den Brandanschlag am 4. April 2015 auf das Flüchtlingsheim in Tröglitz ausgesetzt wurden. Denn in einem Ort mit rund 2800 Einwohnern bleibt – hoffentlich – nichts lange im Verborgenen.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Öffentlichkeitsfahndung § 131 StPO

Hund, Verbrecherphoto

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