Wenn das Tattoo zur Körperverletzung wird…

Sonntag, 23.10.2016 BJ

…und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Denn falls „geschlampt“ und die Farbe in zu tiefe Hautschichten gestochen wird, kann aus der Entscheidung für die Zukunft schnell der Fluch für die Ewigkeit werden…

Im März 2011 wollte eine Frau aus Recklinghausen sich ein Tattoo stechen lassen. Die Frau wünschte sich eine farbige Blüte nebst Ranken auf dem rechten Schulterblatt. Dies setzte der Tätowierer zwar nach einem Entwurf auch entsprechend um, doch schnell wurde klar, dass der Mann handwerklich gepfuscht, dass heißt die Farbe zu tief in die Haut gestochen hatte. Die Folge waren Farbverläufe, deutliche Verkantungen und unregelmäßig dick ausgeführte Linien.

Tätowieren = Körperverletzung

Die Frau war alles andere als begeistert und erhob Klage vor dem Landgericht Bochum. Sie verlangte von dem Tätowierer unter anderem Schmerzensgeld in Höhe von 750 Euro - und das Landgericht gab ihr Recht. Auch in zweiter Instanz wurde die Entscheidung vom Oberlandesgericht Hamm mit Beschluss vom 05.03.2014 bestätigt. Denn das Gericht sah in dem Verhalten des Tätowierers eine Körperverletzung, in die die Klägerin in dieser Form nicht eingewilligt hatte.

Viel Geld, viel Zeit, viel Leid

Ein weiterer Trost für die Frau: Das Gericht verurteilte den beklagten Tätowierer darüber hinaus zur Übernahme der Kosten für die Entfernung des Tattoos mittels einer Laserbehandlung. Die Frau musste sich also nicht darauf einlassen, dass der Tätowierer - wie angeboten -  selbst „nachbessern“ würde.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Oberlandesgericht Hamm, Urt. v. 05.03.2014, 12 U 151/13

§§ 823 I, 249 ff. BGB, §§ 223 ff. StGB

Tätowierer

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