Wegen Diabetes muss kein Kind in die Förderschule

Sonntag, 10.05.2015 DOD

Das zuständige Schulamt wollte ein Kind mit Diabetes in eine Förderschule für körperbehinderte Kinder stecken - obwohl es außer den regelmäßigen Blutzuckermessungen keine weiteren Einschränkungen hatte…

Wenn das eigene Kind schwer krank ist, ist das schon schlimm genug. Wenn es dann aber auch noch von seinen Freunden in der Klasse getrennt werden soll, nur weil es eine vergleichsweise geringe körperliche Einschränkung hat, ist das kaum zu ertragen. Genau das passierte aber einem Kind im Kreis Magdeburg. Denn nach der ersten Grundschulklasse sollte das Kind auf eine Förderschule für Körperbehinderte wechseln, so wollte es zumindest das zuständige Schulamt.

„Kind kann auf Regelschule nicht betreut werden“

Die Begründung, an einer Regelschule gebe es keine richtige Betreuung für Diabetiker, klang ziemlich fadenscheinig  - zumal das kranke Kind beim Blutzuckermessen von einem privaten Pflegedienst unterstützt wurde. Zudem hatte es sonst keinerlei Einschränkungen und kam auch gut in der Schule mit. Die Eltern gingen deswegen auf die Barrikaden und klagten gegen die Entscheidung.

Wehrt Euch für Eure Kinder! 

Mit Recht, wie auch das Gericht schnell feststellte. Denn nach dem Grundgesetz dürfen behinderte Menschen nicht benachteiligt werden. Einfach so rausnehmen aus der regulären Schule ohne schwerwiegenden Grund - das darf der Staat nicht! Im Gegenteil: Er muss alle Hebel in Bewegung setzten, um Kinder in Regelschulen einzugliedern – was in diesem Fall eigentlich noch nicht einmal nötig war.

Ein wichtiges und richtiges Urteil

Ende gut, alles gut: Das Kind darf an seiner Schule bleiben und hat durch die Klage auch anderen kranken Kindern den Weg in eine normale Schule geebnet.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Oberverwaltungsgericht Magdeburg, Urteil vom 25. November 2013, Az.: 3 M 337/13

Mädchen mit Diabetes

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