Wenn aus Hagel Wasser wird

Donnerstag, 02.07.2015 DOD

In vielen Hausratversicherungen sind Hagelschäden mitversichert. Doch längst nicht jeder Hagelschaden ist auch wirklich ein Fall für die Versicherung. Denn wenn die Eiskörner schmelzen und dadurch ein Wasserschaden entsteht, stellen sich die Versicherungen quer…

Es hagelte so stark, dass durch die Last der Hagelkörner die Kellertür eines Wohnhauses aufgestoßen wurde und der Hagel Zentimeter hoch eindrang. Dort begannen die Eiskörner dann zu schmelzen und verursachten einen Wasserschaden von 20.000 Euro.

Nur „echter“ Schaden wird bezahlt

Als der Hausbesitzer die Rechnung seiner Versicherung übergeben wollte, winkte die jedoch ab. Die Hausratversicherung decke nur den „echten“ Hagelschaden ab, war die Antwort. Der Mann zog darauf vor Gericht. Doch die Richter am Oberlandesgericht (OLG) Saarbrücken entschieden tatsächlich zu Gunsten der Versicherung.

Eis ja, Wasser nein

„Der Wasserschaden sei nicht von der Versicherung gedeckt“, so die Richter. Denn die Schäden an den Hausratsgegenständen im Keller seien auf die getauten Hagelkörner zurückzuführen und nicht auf den Hagelschlag an sich. Der Wechsel des „Aggregatzustandes des Hagels“ - also wenn die Hagelkörner zu Wasser werden - sei nicht mitversichert, so das Gericht.

Satellitenschüssel ist versichert

Da die Kellertür nicht beschädigt oder durch die Wucht des Hagels aufgebrochen war, handelte es sich auch nicht um einen Hagelschaden. Der gilt nur, wenn Hagelkörner so stark sind, dass sie zum Beispiel eine Dachluke zerstören. Hagelt es dann durch die offene Luke und beschädigt die Möbel oder den Boden, springt die Hausratsversicherung ein. Auch unmittelbare Hagelschäden sind versichert, zum Beispiel wenn Hagelkörner die Markise oder Satellitenschüssel beschädigen. Ansonsten geht der Versicherte bei „Sekundärschäden“ leer aus…

 

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Oberlandesgericht Saarbrücken, Urteil vom 04. Juni 2013, Aktenzeichen 5 W 43/13

Hagel

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