Wenn die Perücke nicht sitzt…

Dienstag, 16.02.2016 MLK

Perücken werden - abgesehen von Karneval - meist an Menschen verkauft, die durch eine Erkrankung ihre Haare verloren haben. Deshalb ist eine Perücke in gewisser Weise ein medizinisches Produkt. Trotzdem haben Verkäufer keine medizinische Beratungspflicht…

Der Fall: Eine 25-jährige Frau probierte in München eine Perücke an. Zu dem Zeitpunkt hatte sie noch fast alle Haare. Allerdings wußte sie, dass sie diese aufgrund einer Autoimmunerkrankung verlieren würde, erzählte dem Verkäufer allerdings nichts davon. Die ausgewählte Perücke saß perfekt und wurde deshalb für 3.500 Euro gekauft.

Kein Umtausch möglich

Als dann tatsächlich alle Haare ausgefallen waren und die Perücke benötigt wurde, war diese zu groß. Denn beim Ausprobieren war damals nicht berücksichtigt worden, dass die Klägerin einen kleineren Kopf haben würde, sollten alle Haare ausgefallen sein. Die Frau forderte darauf den Umtausch. Doch der Verkäufer weigerte sich und die Frau klagte, da ihrer Meinung nach der Verkäufer es versäumt hätte, sie richtig aufzuklären.

Verkäufer trifft keine Schuld

Doch die Frau verlor. Denn laut Urteil des Amtsgerichts muss ein Verkäufer nicht über medizinische Sachverhalte aufklären, die Frau trägt als Käuferin das sogenannte „Verwendungsrisiko“. Und da die Perücke zum Kaufzeitpunkt perfekt angepasst wurde, kann sie dem Verkäufer nichts vorwerfen.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

AG München Urt. v. 24.10.2013, 122 C 15000/13

Anprobe einer Perücke

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