Wie viel Sozialkontakt braucht ein Esel?

Freitag, 21.11.2014 BJ

Niemand ist gerne allein. Auch ein Esel nicht. Ob aber einem Esel soziale Kontakte ermöglicht werden müssen, musste bisher noch kein Richter entscheiden. Doch genau mit dieser Frage befasste sich nun das Verwaltungsgericht in Trier.

Geklagt hatte der Eigentümer eines Esels aus dem Kreis Bernkastel-Wittlich, nachdem er von der zuständigen Behörde dazu verpflichtet worden war, seinem Esel einen Artgenossen zu organisieren. Und damit beide Tiere auch ausreichend Platz zum Kennenlernen hätten, sollte der Mann die beiden auf einem 500 Quadratmeter großen Gelände unterbringen.

Einsamkeit

Derzeit lebt der einsame Esel in einem ca. 50 Quadratmeter großen Gehege in Hanglage. Dem wollte der Kreis-Veterinär ein Ende bereiten, nachdem er bei einer Kontrolle festgestellt hatte, dass der Esel Verhaltensauffälligkeiten zeigte. Das Tier war aufgrund der Haltungsbedingungen nicht nur übermäßig scheu, sondern auch sehr verängstigt.

Zweisamkeit

Das Gericht zeigte Mitgefühl mit unserem Esel und stellte fest, dass er aus tierschutzrechtlichen Gründen nicht allein gehalten werden dürfe. Auch wenn eine 500 Quadratmeter große Weide zwar nicht nötig wäre, so solle der Esel zumindest nach all den Jahren einen Artgenossen erhalten. Den Esel freut`s, der Besitzer sucht nun einen geeigneten Spielgefährten, und wir hoffen, dass Väterchen Staat und viele Ärzte genau die gleiche Sorgfalt walten lassen, wenn es anstelle von Eseln um unsere Kinder geht.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Verwaltungsgericht Trier Urt. v. 16.06.2014, Az. 6 K 1531/13.TR).

§§ 1 ff. TierSchuG

Esel im Stall

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