Verpfuschtes Tattoo: Frau macht Schadensersatz geltend

Donnerstag, 09.11.2017

Ein missratenes Tattoo ist für den Tätowierten ärgerlich und für den Tätowierer teuer. Nach einem Urteil des OLG Hamm verpflichtet der Mangel den Tätowierer zur Zahlung von Schmerzensgeld und Schadensersatz.

Eine Schadensersatzforderung steht immer dann im Raum, wenn das Tattoo später kostenpflichtig korrigiert werden muss. Der Geschädigte ist dabei nicht verpflichtet, dem Verursacher des Schadens die Chance auf Nachbesserungen einzuräumen. Begründet wurde dies vom Gericht mit dem gestörten Vertrauensverhältnis der Beteiligten in einem sensiblen Prozess.

Körperverletzung mit Einwilligung

Folgt man den Ausführungen des Gerichts, handelt es sich beim Stechen eines Tattoos generell um eine Körperverletzung, der der Kunde zustimmt. Die Einwilligung ist jedoch auf die vereinbarte Ausführung des Tattoos begrenzt. Findet sich am Ende des schmerzhaften Vorgangs ein abweichendes Bild auf der Haut wieder, widerspricht dies der getroffenen Vereinbarung. Finanzielle Forderungen sind daher rechtens, um den Schaden und den erlittenen Schmerz auszugleichen.

Blumen-Korrektur abgelehnt

Im konkreten Fall, der in Hamm bereits in zweiter Instanz verhandelt wurde (Az. 12 U 151/13), war einem Tätowierer ein farbiges Blumenmotiv auf der Schulter einer Kundin gründlich misslungen. Er bot der Frau daher an, die Kosten für die Laser-Entfernung des Ärgernisses zu übernehmen und sein Werk im Anschluss zu korrigieren. Die Frau lehnte ab und klagte die Kosten und Schmerzensgeld in – mit Erfolg. Die neuen Blumen kommen damit von einem anderen Künstler.    

Frau mit Tattoos

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