Urteil gefallen: Teure 0180-Nummern sind verboten

Donnerstag, 02.03.2017

Der Europäische Gerichtshof hat heute entschieden, wie viel ein Anruf an eine Service-Hotline mit "0180'"-Nummer kosten darf.

Wer beim Kundenservice unter einer 0180-Nummer anrufen möchte, zahlt schnell bis zu 42 Cent pro Minute – bisher. Heute hat der Europäische Gerichtshof über die Höhe der Kosten für einen solchen Anruf entschieden. Zu Gunsten der Verbraucher.

Wie war es bisher?

Unternehmen dürfen eine Nummer mit der „0180“-Vorwahl für den telefonischen Service einrichten. Je nach Endziffer, also z.B. „01803“ variieren die Kosten, die für den Anruf entstehen. Für die Endziffer „3“ entstehen Kosten von 9 Cent pro Minute, bei der Endziffer „5“ betragen die Kosten aus dem mobilen Netz sogar 42 Cent pro Minute! Laut Richtlinie des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) müssen Verbraucher, die sich über eine Servicenummer über ihren bestehenden Vertrag mit einem Unternehmen informieren wollen, nicht mehr als den Grundtarif für den Anruf bezahlen. Bisher war der Begriff „Grundtarif“ aber nicht in den Richtlinien definiert. Das ändert sich jetzt.

Comtech von Wettbewerbszentrale verklagt

Die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs hatte den Elektro-Hersteller Comtech wegen unlauterer Geschäftspraxis verklagt. Das Unternehmen hat eine Servicenummer mit der Vorwahl 01805 angelegt – die bisher teuerste Servicenummer. Das Landgericht Stuttgart hatte den Europäischen Gerichtshof ersucht, eine Entscheidung über die nicht definierte Richtlinie des Grundtarifs zu fällen.

Keine höheren Kosten bei Service-Nummern

Laut des heute gefällten Urteils dürfen Telefonate über eine „0180“-Nummer nicht mehr kosten als Telefonate unter ortsgebundenen Festnetznummern. Der Begriff „Grundtarif“ entspricht damit in der Richtlinie des EuGHs den Kosten für einen gewöhnlichen Anruf aus dem Festnetz.

Urteil gefallen: Teure 0180-Nummern sind verboten

Weitere Artikel

Kommentare