Kotzen kostet – Übelkeit im Taxi

Donnerstag, 23.04.2015 DOD

Das Fest war lang und der Alkohol floss reichlich. Wer deswegen sturzbetrunken sein Auto stehen lässt und stattdessen lieber ein Taxi nimmt, ist vernünftig und sollte eigentlich gelobt werden. Doch Pech, wenn der Mageninhalt dann doch oben wieder raus will - und das ausgerechnet im Taxi. Das kann nämlich richtig teuer werden…

Nach einer feucht-fröhlichen Party stieg ein Paar statt ins eigene Auto lieber in ein Taxi. Nach einigen Minuten wurde dem Mann jedoch schlecht und er bat den Taxifahrer, anzuhalten. Doch dieser ignorierte den Wunsch des Fahrgastes und fuhr einfach weiter. Da passierte das Unglück – bei voller Fahrt und mitten im Taxi. Dieses musste nach dem Malheur notgedrungen eine Zwangspause einlegen – und mit ihm der Fahrer. 

Einmal waschen, bitte

Der Taxifahrer ließ das verschmutzte Auto natürlich reinigen. Dafür stellte er dem Mann anschließend eine gesalzene Rechnung: 241 Euro. Denn zu den Reinigungskosten wollte er noch seinen Verdienstausfall beglichen haben. Doch der Fahrgast weigerte sich zu zahlen, und die Angelegenheit kam vor Gericht.

Putzen muss der Taxifahrer, zahlen der Fahrgast

In ihrem Urteil sprach die Richterin dem Taxifahrer dann auch eine Mitschuld zu und ließ ihn damit auf der Hälfte seiner Kosten sitzen. Denn „ein Mitverschulden des Taxifahrers ist dann anzunehmen, wenn der Fahrgast gebeten hatte, anzuhalten, dieser Bitte aber nicht Folge geleistet wurde", hieß es in der Begründung. Trotzdem gilt generell: Wer betrunken ist und sich nicht unter Kontrolle hat, muss zahlen! Denn jeder Taxifahrer hat einen Anspruch darauf, dass sein Wagen sauber bleibt… 

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Amtsgericht München, Urteil vom 02. September 2010, Az.:271 C 11329/10

Toilette, Mann

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