Müssen Männer Unterhalt zahlen, wenn die Frau einen „Neuen“ hat?

Freitag, 21.08.2015 PK

Wenn Ehepaare sich trennen, steht demjenigen, der weniger Einkommen hat, Trennungsunterhalt zu. Dieser Anspruch entfällt aber, sobald eine neue dauerhafte Partnerschaft eingegangen wird. Wann genau das jedoch der Fall ist, hatte nun das Amtsgericht Lemgo zu klären…

Eine betrogene Ehefrau zog augenblicklich zu ihren Eltern, als sie von der Affäre ihres Mannes erfuhr. Und weil sich die Ehe wohl nicht mehr würde kitten lassen, zog sie innerhalb eines Jahres mit einem neuen Lebensgefährten zusammen. Trennungsunterhalt wollte ihr Noch-Ehemann von diesem Moment an dann allerdings nicht mehr zahlen. 

Die „drei-Siebtel-Regel“

Doch da hatte er es sich wohl etwas zu einfach gemacht. Denn grundsätzlich gilt: der Frau steht trotz der neuen Beziehung Trennungsunterhalt zu – und zwar drei Siebtel von der Differenz beider Einkommen. Dieser Anspruch erlischt erst, wenn sich ihre neue Beziehung „verfestigt“ hat. Und von einer verfestigten Lebensgemeinschaft ist erst nach etwa zwei bis drei Jahren auszugehen. Ein gemeinsames Namensschild an der Haustürklingel reicht da jedenfalls nicht.

Peinlichkeiten spielen keine Rolle

Überhaupt keine Rolle spielt übrigens, ob „der Neue“ bereits auf Familienfeiern eingeladen wird, oder ob sich das Paar, innig umarmt, auf Fotos in sozialen Netzwerken präsentiert. Das alles mag zwar den Ex mächtig ärgern, von seiner Unterhaltspflicht entbindet es ihn aber nicht.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Amtsgericht Lemgo: 8 F 43/15

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