Transsexualität ist keine Behinderung

Mittwoch, 16.09.2015 DOD

Sind Transsexuelle behindert? Mit dieser Frage musste sich tatsächlich schon einmal das Landessozialgericht Baden-Württemberg in Stuttgart beschäftigen…

Denn eine 36-jährige Frau wollte ihre Transsexualität nach einer geschlechtsumwandelnden Operation als Behinderung anerkennen lassen. Als Grund gab sie an, sie könne keine Kinder bekommen. Deshalb wollte sie einen Behinderungsgrad von 60 Prozent erreichen.

Das Gefühl, im falschen Körper zu stecken

Zuvor hatte die Frau bereits aufgrund Depressionen und Migräneattacken einen Behinderungsgrad von 50 Prozent erhalten. Damit hatte sie bereits einen erhöhten Kündigungsschutz sowie steuerliche Vergünstigungen - eine Hochstufung auf 60 Prozent hätte deshalb keine weiteren Vorteile für sie gehabt. Doch der Frau ging es grundsätzlich nur um eine Anerkennung der Transsexualität und die Folgen für die Betroffenen. 

Alles hat seine Grenzen

Die Richter folgten ihrem Wunsch jedoch nicht. Die Begründung: Transsexualität habe rechtlich nichts mit einer körperlichen oder geistigen Behinderung zu tun. Und auch die Tatsache, dass sie nach der Geschlechtsumwandlung nicht in der Lage sei, sich als Frau fortzupflanzen, sei nicht als eigenständige Behinderung anzuerkennen…

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Landessozialgericht Baden-Württemberg, Urteil vom 02. Juli 2010, Aktenzeichen: L 8 SB 3543/09

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