Tödlicher Autounfall ist steuerlich nicht absetzbar

Sonntag, 21.02.2016 DOD

Geklagt hatte ein Angestellter, der mit seinem Sportwagen auf einer Dienstreise wegen deutlich überhöhter Geschwindigkeit einen schweren Unfall verursacht hatte. Dabei starb eine junge Frau, eine weitere Frau erlitt eine Querschnittslähmung. Der Sportwagenfahrer wurde deshalb nach mehrjährigem Strafprozess wegen fahrlässiger Tötung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt – und machte die Sache dann steuersparend als Betriebsausgabe geltend… 

Seine Begründung: Weil der Unfall bei einer Dienstfahrt passiert sei, seien die daraus resultierenden Prozesskosten betriebliche Ausgaben. Die Kosten seines Strafverteidigers, etwa 66.000 Euro, wollte der Mann deshalb von der Steuer absetzen. Das lehnte das Finanzamt jedoch ab. Der Mann reichte darauf Klage ein und zog gegen die Behörde vor das Finanzgericht.

Wer etwas Verbotenes tut, muss dafür blechen

Das Finanzgericht schmetterte die von dem Unfallfahrer erhobene Klage jedoch ab: „Es handele sich dabei nicht um Werbungskosten oder ähnliche Ausgaben und könnten daher nicht von der Steuer abgesetzt werden, die Prozesskosten des Klägers seien nicht mit den normalen Reparaturkosten nach einem Autounfall vergleichbar. Zudem handele es sich um eine Straftat. Ob sie im Dienst oder sonst verübt wurde, sei unerheblich. Sämtliche Kosten seien entstanden, weil der Kläger etwas Verbotenes getan habe. Und so etwas könne nicht zum Steuersenken genutzt werden…"    

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Finanzgericht Rheinland-Pfalz, Urteil vom 22. Januar 2016, Aktenzeichen: 4 K 1572/14

Unfall mit Sportwagen

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