22-Jährige geht feiern und lässt Tochter verhungern - Lebenslange Haft

Samstag, 08.11.2014 BJ

Es war eine unfassbare und grausame Tat, für die eine Mutter nun lebenslang büßen muss: Während die Frau tagelang feiern ging, verhungerte und verdurstete ihr hilfloses, kleines Baby in der Wohnung.

Die 22-jährige Mutter hatte den Säugling ohne Decke auf das Bett gelegt, bevor sie das Mädchen in der 16 Grad kalten Wohnung zurückließ. Zuvor hatte sie von ihrem Betreuer 320.-€ für den Kauf neuer Haushaltsgeräte erschwindelt. Tatsächlich investierte sie das Geld aber wie geplant für die Fahrt zur Diskothek.

„Krasse Eigensucht“

Während das zurückgelassene Baby in den darauffolgenden Tagen qualvoll verhungerte und verdurstete, feierte die 22-Jährige fröhlich, konsumierte Drogen wie Ecstasy und Amphetamine und knüpfte Männerbekanntschaften. Die Frau gab das Tatgeschehen auch zu, beteuerte aber, dass sie eigentlich die ganze Zeit zu ihrem Kind zurückkehren wollte. In ihrem Schlusswort vor Gericht sagte sie außerdem, dass es ihr egal sei, welche Strafe sie bekomme, sie sei schon gestraft genug.

Die Einsicht kam zu spät 

Das hielt die Richter jedoch nicht davon ab, der selbstsüchtigen jungen Frau die volle Schuldfähigkeit zu attestieren und zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe zu verurteilen. Denn als die Frau das ohnehin bereits unterernährte Kind zurückließ, habe sie es billigend in Kauf genommen, wegen des Drogenkonsums nicht mehr nach Hause fahren zu können. Das Gericht war der Auffassung, dass die Frau keinerlei Absichten hatte, zu dem Kind zurückzukehren, nachdem sie sich das Geld von ihrem Betreuer besorgt hatte. 

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Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Landgericht Arnsberg Urt. v. 09.07.2014

§§ 211, 212 StGB

Kindergrab

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