Mischling „Pauli“ darf operiert werden!

Dienstag, 05.05.2015 BJ

Obwohl der Autofahrer an der Tankstelle den Terrier-Mischling Pauli bemerkte, wartete er nicht, sondern fuhr ihn einfach an. Mit einer Bänderschädigung an den Hinterläufen und zwei gebrochenen Mittelfußknochen wurde Pauli darauf in die Tierklinik eingeliefert und sollte dort für 2.200 Euro behandelt werden. Doch diese Kosten wollte der schuldige Fahrer nicht bezahlen - schließlich hatte Pauli damals nur 175 Euro gekostet, als Frauchen ihn aus dem Tierheim geholt hatte…

2.200 Euro für einen Hund, der nur 175 Euro gekostet hatte? Der Fahrer sah das nicht ein und weigerte sich standhaft, die nötigen Behandlungskosten zu übernehmen. Die Einschläferungskosten des achtjährigen Rüden hätte er jedoch sofort bezahlt.

Pauli siegt vor Gericht

Doch das Gesetz war auf Pauli‘s Seite! Denn obwohl Tiere juristisch eigentlich als Sachen gelten, so „müssen die Behandlungskosten auch dann ersetzt werden, wenn sie den Wert des Tieres erheblich überschreiten und nicht völlig unverhältnismäßig sind“. Deswegen sprach das Gericht der Eigentümerin von Pauli immerhin 1.650 Euro zu - denn eine gewisse Mitschuld hatte auch sie durch das schlechte Anleinen. Egal. Hauptsache, Pauli hat sich inzwischen wieder erholt.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Amtsgericht München Urt. v. 06.12.13 Az. 344 C 1200/13

§ 823 BGB

Terrier-Mischling

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