Skateboarder, Inlineskater, Segways & Co. – die Spezialregeln im Straßenverkehr

Freitag, 24.07.2015 PK

Wer darf eigentlich wo fahren, und wo nicht? Immer öfter kommt es zwischen Fußgängern auf dem Bürgersteig und den Skateboard- bzw. Segway-Fahrern zum Streit. Dasselbe geschieht auf der Fahrbahn, wenn Autofahrer und Sportgeräte-Nutzer aufeinander treffen. Hier sind die Regeln:

Bei Jugendlichen sind die Skateboards eigentlich schon out – hip sind die einachsigen Waveboards und die längeren zweiachsigen Longboards. Doch wo dürfen sie nun fahren? Nun, eines ist klar: Es sind keine Fahrzeuge, und deshalb haben sie auf der Straße nichts verloren! Dummerweise sind diese Bretter auf Rädern ansonsten aber nicht eindeutig eingestuft. Denn dann wäre die Sache klar: wären sie „besondere Fortbewegungsmittel“ (§ 24 StVO), dürfen sie auf dem Bürgersteig und auch in Fußgängerzonen benutzt werden. Würde man sie dagegen als Sportgeräte einstufen, dann dürften ihre Besitzer nur auf abgesperrten Sportflächen damit fahren. Aber gerade weil das nicht eindeutig geregelt ist: Seit bitte vorsichtig und nehmt Rücksicht auf Fußgänger, sonst könnte es mit dem Spaß bald vorbei sein (siehe: „Die Entstehung irrwitziger Gesetze: Wehe, hier stirbt einer!“).

Inlineskater sind rechtlich Fußgänger 

Für Inlineskater sieht die Sache schon besser aus. Bereits im Jahr 2002 hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass Rollschuhe „besondere Fortbewegungsmittel” im Sinne des § 24 Abs. 1 StVO sind. In der Praxis heißt das: Skater müssen Gehwege benutzen, Fahrbahnen und Radwege sind tabu, sofern nicht eine dieser beiden Ausnahmen auftreten. Erstens: Wenn kein Gehweg vorhanden ist, dürfen die Skater auf der Straße fahren (Fußgänger müssten dann ja auch dorthin ausweichen). Zweitens: Ein Zusatzschild erlaubt die Benutzung des Radweges. Übrigens müssen Skater außerorts natürlich auf der linken Straßenseite fahren – auch das ist eine Fußgänger-Regel.

Für Segways gilt ein eigenes Gesetz

Seit einigen Jahren tauchen in den Städten außerdem immer öfter Segways auf – diese elektrischen Hexenbesen auf Rädern. Der Gesetzgeber bezeichnet die Dinger als „elektronische Mobilitätshilfen“, die sich nach der extra für sie geschaffenen Mobilitätshilfenverordnung (MobHV) zu richten haben. Demnach dürfen sie auf Radwegen, Radfahrstreifen, Schutzstreifen und Radwegefurten fahren. Aber nicht auf Bürgersteigen! Fehlt es an Radwegen, haben sich die Segways auf die Fahrbahn zu verziehen – sicherlich zur hellen Freude der Autofahrer. 

Touristengruppen dürfen, was andere nicht dürfen 

Eine Ausnahme ist allerdings zulässig: Geführte Sightseeing-Touren dürfen mit Sondergenehmigung auf die Bürgersteige ausweichen. Dort haben sie aber auf Fußgänger Rücksicht zu nehmen. Und noch etwas ist wichtig: Für einen Segway braucht man mindestens den Mofa-Führerschein.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Bundesgerichtshof: VI ZR 333/00

Inlineskater und Skateboarder auf Straße

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