Süßes, oder es gibt Saures

Donnerstag, 29.10.2015 PK

Wenn hohle Kürbisköpfe mit finsterer Miene böse Geister vertreiben und abends Horden gruselig geschminkter Minderjähriger an den Türen klingeln, Süßes fordern und im Falle der Weigerung mit Saurem drohen, ist Halloween. Aber irgendwann ist Schluss mit lustig…

Rasierschaum am Fenster, Klopapier im Baum. Kann man mit leben. Mancher Streich eskaliert aber auch zur Sachbeschädigung, die der Süßigkeitenverweigerer dann überhaupt nicht mehr komisch findet. Denn was, wenn etwa ein Auto zerkratzt wurde oder eine Hauswand neu gestrichen werden muss, weil sie mit Eiern beworfen wurde? 

Das Kind haftet selbst

Zunächst einmal gilt der Grundsatz, dass Kinder für einen verursachten Schaden – je nach Alter – selbst verantwortlich sind, ihn also aus selbst zahlen müssen. Allerdings haben dabei Kinder unter sieben einen Freibrief.

Haften Eltern also nicht?

Unter Umständen doch. Aber nicht für die Kinder, sondern für eigene Fehler. Sie müssen daher zahlen, wenn sie ihre sogenannte „Aufsichtspflicht“ verletzt haben (§ 832 BGB). Deswegen hat in mehreren Regionen Deutschlands die Polizei bereits wegen gefährlicher Streiche an Eltern appelliert, die kleinen Monster, Vampire, Zombies und Hexen über mögliche Konsequenzen aufzuklären, wo der Spaß aufhört.

Denn Randale und Sachbeschädigungen können – zumindest für strafmündige Jugendliche ab 14 Jahren – auch tatsächlich Freiheitsstreifen von bis zu zwei Jahren oder Geldstrafen nach sich ziehen.

Spaßbremsen im Amt

Dummerweise kommen sich Halloween und der kirchliche Feiertag Allerheiligen in die Quere. Und das bedeutet: Ab null Uhr herrscht absolutes Musik- und Tanzverbot. Mit den Halloween-Party ist also Essig –zumindest in Bayern, wo man besonders streng auf die Einhaltung dieses Verbotes achtet. Vor Gericht haben Party-Fans keine Chance, wie das Urteil des Verwaltungsgerichtshofes Bayern belegt (10 B 11.1530 vom 18.04.2013).

Spaß für alle

Trotzdem: Hoffen wir mal, dass alle ihren Spaß haben und nicht zu viel hohle Kürbisse unterwegs sein werden.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

10 B 11.1530 vom 18.04.2013

§ 832 BGB

Kleine Hexe an Halloween

Weitere Artikel

Kommentare