125-Kilo schwerer Balletttänzer verlangt Schmerzensgeld

Donnerstag, 13.11.2014 BJ

Ein ca. 125 kg schwerer Münchener reichte vor dem Amtsgericht München eine Schmerzensgeldklage ein, da er sich beim Ballett an einer Ballettstange verletzt hatte. Diese hatte nämlich unter seinem Gewicht kapituliert und war eingebrochen.

Um seine Übungen während der Ballettstunde ordnungsgemäß machen zu können, stellte der ambitionierte Tänzer die Stange auf der für seine Statur optimalen Höhe ein. Nachdem er den einfach zu bedienenden Mechanismus arretiert hatte, setzte er sich mit der rechten Gesäßhälfte auf das Übungsgerät.  

Schlechte Qualität oder einfach nur zu schwer?

Doch es kam, wie es kommen musste: Der Haltemechanismus der Ballettstange gab unter der enormen Belastung nach und rutschte auf Kniehöhe herunter. Dabei verletzte sich der Mann am linken Bein. Bei der anschließenden Schmerzensgeldklage beim Amtsgericht war sich der Münchener jedoch keiner Schuld bewusst, vielmehr beharrte er darauf, dass das Sportgerät defekt gewesen sei und von der Übungsleiterin hätte kontrolliert werden müssen.

Ballettstange ist kein Barhocker!

Das Amtsgericht München verwies den Balletttänzer jedoch in die Schranken. Denn nach Meinung des Gerichts hatte der Kursteilnehmer die Ballettstange zweckentfremdet, indem er sie wie einen Barhocker benutzt hatte. Außerdem sei die Funktionsweise des Übungsgerätes bekannt und der Mechanismus sehr einfach zu bedienen gewesen, weshalb die Übungsleiterin die korrekte Einstellung nicht eigens hätte nachprüfen müssen.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Amtsgericht München Urt. v. 30.08.2013 Az. 281 C 11625/13

§§ 280, 823 Abs. 1 BGB

Dicker Mann

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