Vorsicht: Auch Spam-Mails müssen gelesen werden

Dienstag, 23.08.2016 BJ

Was im Spam-Ordner landet, ist meist überflüssiger Müll. Doch wenn sich der Filter einmal täuscht und eine wichtige Mail dort landet und übersehen wird, kann es unter Umständen teuer werden und es können sogar hohe Schadensersatzforderungen drohen…

So geschehen ausgerechnet einem Rechtsanwalt: Weil er im Rahmen einer zivilrechtlichen Auseinandersetzung eine E-Mail der gegnerischen Partei übersah, wurde der Anwalt selbst zum Beklagten. Denn in der E-Mail sollte der Mandantschaft des Anwalts ein Vergleichsvorschlag übermittelt werden, der mit einer Frist versehen war.

Spam-Wirrwarr

Da die Mail jedoch im Spamfilter landete, versäumte der Anwalt die Frist und der vorteilhafte Vergleich konnte nicht mehr geschlossen werden. Der dadurch entstandene Schaden: knapp 90.000 Euro. Diese Kosten sollte nun der Anwalt aus eigener Tasche zahlen, da sich auch die Berufshaftpflicht erst einmal weigerte, den Betrag zu übernehmen.

Teures Versäumnis

Und das Gericht verurteilte den Rechtsanwalt tatsächlich zur Zahlung der vollen Summe! Der Grund: da er seine E-Mail-Adresse auf seinem Briefkopf angegeben hatte und diese damit zur geschäftlichen Korrespondenz zur Verfügung stand, sei er verantwortlich für ALLE eintreffenden Mails gewesen…

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Landgericht Bonn Urt. v. 10.01.2014 Az. 15 O 189/13

§§ 280, 675 BGB

Spam-Ordner

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