Zebrastreifen: Was ist erlaubt, was verboten?

Montag, 29.06.2015 DOD

Wir kennen das alle: Fußgänger rennen mit gesenktem Blick auf ihr Handy über die weißen Streifen auf der Fahrbahn, Radfahrer radeln munter über den Zebrastreifen, ohne nach links oder rechts zu schauen. Der Autofahrer ist dann meist der Dumme. Oder nicht?…

Meistens machen es nur die Kinder richtig: Am Zebrastreifen stehen bleiben, nach links und rechts schauen. Wenn ein Auto kommt, heißt es: Warten, bis das Auto anhält. Und dann erst rüber auf die andere Straßenseite. Doch im Laufe des Lebens ändert sich das Verhalten auf der Straße. Ohne auf den Verkehr zu achten wird über die Straße gerannt mit der Erwartung, das Auto muss und wird schon anhalten. Und eigentlich stimmt das auch: eine Person, die am Streifen steht, hat absolutes „Vorfahrtsrecht“! Doch Vorsicht: führt der Zebrastreifen über Straßenbahnschienen, hat der Fußgänger keinen Vorrang!

Der Zebrastreifen ist keine grüne Ampel

Außerdem haben Fußgänger gegenüber Autos kein absolutes Narrenrecht und müssen Regeln einhalten. So verklagte eine Frau den Fahrer, der sie auf einem Zebrastreifen erfasst und schwer verletzt hatte, auf Schadensersatz - und verlor. Denn die Frau, die auf dem Bürgersteig lief, war auf der Höhe des Zebrastreifens plötzlich und ohne Vorwarnung auf die Straße getreten und so vom überraschten Fahrer angefahren worden.

Regeln sind für alle da

Das Gleiche gilt übrigens auch für Radfahrer. Denn auch sie müssen vorsichtig sein und dürfen nicht auf dem Fahrrad über den Zebrastreifen fahren, sondern müssen das Rad schieben. Tun sie das nicht und fahren, gelten sie nicht als Fußgänger und verlieren somit ihre Vorfahrtsberechtigung.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Oberlandesgericht (OLG) Hamm, Urteil vom 14. Juli 2003, Az.: 6 U 39/03

Zebrastreifen

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