Nach einer Trennung: Was passiert mit meinen Bildern?

Mittwoch, 01.10.2014 HH

Frisch verliebt und im 7. Himmel. Um die Phantasie des Partners anzuheizen wird da auch gerne einmal das eine oder andere erotische Nacktphoto per Handy versandt. Doch was passiert, wenn die Beziehung auseinandergeht? Darf der Ex-Partner diese weiter einsehen und vielleicht sogar herumzeigen?

Damit hatte Petra nicht gerechnet: Bereits nach knapp einem Jahr Beziehung zu Marius machte dieser mit ihr Schluss. Das Sofa, die gemeinsam gekaufte Vitrine und mehrere persönliche Gegenstände hatte er ihr vor die Haustür gestellt. Soweit, so gut.

Wenn der Scherbenhaufen nicht komplett ist

Doch was er zurück behalten hatte waren Bilder mit zum Teil hoch brisantem und erotischem Inhalt auf seinem Handy. Diese Bilder und sogar kleine Filmchen hatte Petra ihrem Ex-Freund während ihrer Beziehung immer wieder gerne und oft geschickt. Hauptdarstellerin war immer sie selbst gewesen.

Wenn ich gehe, geht auch jedes Stück von mir

Im Rahmen eines deftigen Rosenkriegs vor dem Landgericht Koblenz  wurde dies zum Gegenstand der Auseinandersetzung, denn die Klägerin verlangte die Löschung der intimen Bildern. Das Gericht gab ihr Recht: Nach der Trennung eines Paares kann der abgebildete Partner die Einwilligung zum Besitz und der Verwendung der Bilder und Videos widerrufen, da diese nur auf die Dauer der Beziehung angelegt seien. Das Oberlandesgericht Koblenz bestätigte nun im Berufungsverfahren dieses Urteil.

Kopfkino ja, digitale Vorlage nein

Wenn also die Liebe schon nicht immer währt, so bleibt doch wenigstens auch keine digitale Vorlage für erotische Phantasien mehr. Die „Reset-Taste für das Kopfkino der Ex-Partner“ steht jedoch nicht im juristischen Maßnahmenkatalog.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

20. Mai 2014, Az. 3 U 1288/13

Ehevertrag

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