Mieter trägt neugierige Vermieterin aus dem Haus: Kündigung

Donnerstag, 23.10.2014 BJ

Weil er seine penetrante Vermieterin packte und aus dem Haus trug, wurde einem Mann der Mietvertrag fristlos gekündigt. Doch diese Räumungsklage gelangte nun bis vor den Bundesgerichtshof.

Was war passiert?  Die Hauseigentümerin hatte mit dem Mieter ein Treffen vereinbart, bei dem sie die im Mietobjekt installierten Rauchmelder überprüfen wollte. Doch dabei ließ es die neugierige Vermieterin nicht bewenden und nahm sogleich das komplette Haus unter die Lupe.

Was zu viel ist, ist zu viel!

Als die Vermieterin auch noch damit begann, im Hausflur Gegenstände umzuräumen, wurde es dem Mieter zu bunt. Er umfasste die Dame an den Armen und trug sie ins Freie, wo er sie schließlich wieder absetzte. Das aber ließ sich die gedemütigte Vermieterin nicht gefallen und kündigte kurzerhand fristlos das Mietverhältnis.

Darf man seine Vermieterin hinaustragen?

Da der Mann aber nicht darauf reagierte, reichte die Hauseigentümerin eine Räumungsklage gegen ihn ein. Doch während das Landgericht Koblenz entschied, dass der Mann vor dem „Heraustragen“ erst ein „Herausdrängen“ hätte versuchen müssen, kam der Bundesgerichtshof zu dem Ergebnis, dass eine fristlose Kündigung nicht gerechtfertigt gewesen war. Denn obwohl der Mann seine Rechte überstrapaziert hatte, trug die Vermieterin an dem Vorfall ebenfalls eine Mitschuld, da „Vermieter zu sein nicht automatisch bedeutet, alles in seinem eigenen Haus machen und ändern zu dürfen“. Nach einer Vermietung hat nämlich jeder Mieter ein Hausrecht, welches der Eigentümer respektieren muss.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Bundesgerichtshof, Az. VIII ZR 289/13

§§ 535 ff. BGB

Treppenhaus

Weitere Artikel

Kommentare