Fettabsaugen kann auch schiefgehen

Donnerstag, 14.05.2015 DOD

Erhebliches Übergewicht, damit verbunden Herzschwäche, Bluthochdruck, Lungenschwäche, Zuckerkrankheit und eine Darmerkrankung. Damit wollte die Patientin nicht mehr weiterleben und entschloss sich zur Fettabsaugung. Ihr Weg führte sie zu einem Mediziner, das bereute sie schon sehr bald…

Zweimal kam die Frau unters Messer, besser gesagt unter den Sauger. Doch danach ging es mit ihr gesundheitlich bergab. Die Operation war misslungen. Und der Arzt – ein Gynäkologe – hatte die Frau nicht über die möglichen Risiken aufgeklärt. Deshalb wurde er wegen vorsätzlicher Körperverletzung zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt.

Geld statt Gesundheit

Außerdem entschied das Bundessozialgericht in Kassel in letzter Instanz, dass bei der Patientin die Fettabsaugung vorsätzlich fehlerhaft durchgeführt worden war, deshalb würden ihr auch Gelder aus dem sogenannten „Opferentschädigungsgesetz“ zustehen. Denn im konkreten Fall habe der Arzt ans Geldverdienen und nicht an die Gesundheit der Frau gedacht. Die Patientin sei das Opfer - deshalb stehe ihr finanzielle Entschädigung zu. Dies gilt übrigens für alle Fälle von vorsätzlichem Ärztepfusch, sofern sich dieser beweisen lässt.   

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Bundessozialgericht, Urteil vom 29. April 2010, Az: B 9 VG 1/09 R K

Rundliche Frau mit Jeans

Weitere Artikel

Kommentare