Volle Miete auch bei Baulärm aus der Nachbarschaft   

Mittwoch, 06.04.2016 DOD

Baustellenlärm vom Nachbargrundstück rechtfertigt normalerweise eine Mietminderung. Aber Vorsicht: Nicht in jedem Fall kann der Mieter die Zahlungen einfach kürzen. Denn waren die Beeinträchtigungen durch die Baustelle in der Nachbarschaft absehbar, sieht die Lage schon etwas anders aus, selbst wenn es von nebenan lärmt und dröhnt…

Vor dem Landgericht Berlin landete der Fall eines Mieters: Dieser wollte seine Miete wegen des Baulärms vom Nachbargrundstück mindern. Doch der Vermieter akzeptierte das nicht, zog vor Gericht - und gewann.

Der Lärm war absehbar

Die Begründung der Richter: Schon bei Abschluss des Mietvertrages hatte ein Bauschild auf dem Nachbargrundstück darauf hingedeutet, dass dort Arbeiten geplant seien. Der Mieter hätte dieses Schild sehen und nachfragen müssen. Im Nachhinein die Miete zu kürzen, sei daher nicht rechtens.  

Was lernen wir daraus?

Mieter sollten also, bevor sie einen Mietvertrag unterschreiben, die Umgebung näher anschauen und im Zweifel nachfragen, ob in Zukunft gebaut werden wird! Nur dann sind sie auf der sicheren Seite und können im Fall der Fälle die Miete mindern.     

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Landgericht Berlin, Urteil vom 09. Februar 2016, Aktenzeichen: 63 S 177/15

Baustellenlärm

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