Für den Titel „promovierter Arsch“ kommt die Kündigung

Mittwoch, 20.05.2015 DOD

Wer seinen Vermieter grob beleidigt, hat schlechte Karten. Auf die Beschimpfung „Sie promovierter Arsch“ kann sogar die fristlose Kündigung folgen. Das hat jetzt das Amtsgericht München entschieden und dem beleidigten Vermieter damit Recht gegeben.

Seit sechs Jahren bewohnte das Ehepaar eine Souterrainwohnung in Hohenbrunn bei München. Und seit sechs Jahren gab es zahlreiche Zivilverfahren rund um die Wohnung. Der Streit zwischen Mieter und Vermieter gipfelte dann Anfang Mai vergangenes Jahres darin, dass gegen 6.00 Uhr morgens beim Vermieter das Telefon klingelte. „Das Wasser ist nicht warm genug“, beschwerte sich der Mieter. „Anstatt 40 Grad habe es nur eine Temperatur von 35 Grad“.

Kündigung wegen Beleidigung

Als der Vermieter die Temperatur selbst überprüfen wollte, durfte er nicht in die Wohnung. „Das sei gar nicht notwendig, das Wasser sei überall im Haus kalt“, lautete die lapidare Antwort. In dem darauffolgenden Streit beschimpfte das Mieter-Ehepaar den Vermieter aufs Heftigste und bezeichnete ihn unter anderem als „promovierter Arsch“. Nachdem sich die Mieter dafür nicht entschuldigten, kündigte der Vermieter das Mietverhältnis zum Ende des Monats – fristlos. Der Fall landete darauf vor Gericht.

Geduzt und geschlagen

Besonders erschwerend kam hinzu, dass Vermieter und Mieter im gleichen Haus wohnten, sich also fast jeden Tag über den Weg liefen. Das sah auch das Gericht als ein Problem und entschied, dass die Kündigung wirksam sei. Auf den Einwand des Mieter-Ehepaars, sie seien vom Vermieter geduzt und geschlagen worden, ließ sich die Richterin nicht mehr ein.

Kein Vertrauensverhältnis mehr

„Der Vermieter musste vor der Kündigung  auch nicht abmahnen“, so das Urteil. „Denn nach solch einer massiven Beleidigung gäbe es keine Vertrauensgrundlage mehr“. Wer seinen Vermieter also als "promovierter Arsch" bezeichnet, kann schneller, als er glaubt, auf der Straße stehen… Das Urteil ist rechtskräftig.  

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Amtsgericht München, Urteil vom 28. November 2014, Aktenzeichen: 474 C 18543/14

„Stinkefinger“

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