Mann erhält Schadensersatz für Arbeitsunfall vor 50 Jahren

Samstag, 05.08.2017

Eine exakte Unfallschilderung und die genaue Erinnerung eines Zeugen haben gut 50 Jahre nach einem Arbeitsunfall zur Anerkennung durch das Sozialgericht geführt. Die Dresdner Richter gaben einem Antrag des Klägers statt, der damit Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung beziehen kann.

Im verhandelten Fall (S 39 U 320/12) gab es außer eines Eintrags im Sozialversicherungsausweis des Klägers keine gerichtsverwertbaren Unterlagen. Die Aufzeichnungen des Landesamtes für Arbeitsschutz waren bei einem Hochwasser vernichtet worden. Die Unfallversicherung hatte die erst 2011 eingereichte Anerkennung auf Schadenersatz wegen Arbeitsunfalls durch den heute 72-jährigen Kläger abgelehnt.

Der Unfallhergang und die Schilderung des Zeugen

Zu dem Unfall, in dessen Folge der Kläger den kleinen Finger seiner linken Hand verlor, war es bei Gleisbauarbeiten in Prenzlau 1966 gekommen. Damals hatten mehrere Arbeiter versucht, eine entgleiste Lok mittels einer Winde wieder auf die Gleise zu setzen. Das Gerät rutschte jedoch ab und zerquetschte die linke Hand des Klägers.

Ein Arbeitskollege von damals hat den Vorgang vor Gericht bestätigt. Es gab zudem an, den Verletzten mit einem Motorrad ins Krankenhaus gebracht zu haben. Die schriftliche Schilderung deckte sich bis ins Detail mit der Beschreibung des Klägers. Ein Unfallchirurg, der vor Gericht als Sachverständiger auftrat, bestätigte 2016 zudem, dass die Verletzungen durch einen Arbeitsunfall entstanden sein könnten.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Es besteht die Möglichkeit zur Berufung vor dem Sächsischen Landessozialgericht. 

Mann erleidet Arbeitsunfall

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