Loveparade: Feuerwehrmann klagt auf Entschädigung

Freitag, 02.10.2015 DOD

Fünf Jahre ist die Katastrophe in Duisburg auf der Loveparade nun her. 21 Menschen kostete sie das Leben, 500 wurden verletzt, unzählige Helfer und Zeugen leiden heute noch unter den Erinnerungen. Ein Feuerwehrmann klagte deshalb wegen posttraumatischer Belastungsstörungen auf Entschädigung. Doch die Klage wurde nun vom Landgericht abgewiesen…

Der 53-jährige Feuerwehrmann wurde als erster auf das Gelände der Loveparade geschickt. Er sollte sich ein Bild von der Lage machen, da es ersten Meldungen zufolge eventuell Tote gegeben hätte. Der Mann begab sich also dorthin - und das waren die letzten normalen Minuten im Leben von Ralf S. Nach dem Einsatz war er nicht mehr arbeitsfähig und musste in Frührente gehen.

Den Tod vor Augen: Berufsrisiko

Ralf S. verklagte darauf das Land und den Veranstalter wegen posttraumatischer Belastungsstörung auf 90.000 Euro Schadensersatz und Schmerzensgeld. Doch das Landgericht Duisburg wies die Klage ab. Die Begründung: „Wer den Beruf des Feuerwehrmanns wählt, muss sich den Risiken bewusst sein, die auf ihn zukommen können, denn da geht es nicht nur darum, eine Katze vom Baum zu holen oder eine Ölspur auf der Straße zu beseitigen, sondern auch Leben zu retten und den Tod zu ertragen“. Oder anders gesagt: Solche Erlebnisse seien für einen Feuerwehrmann reines Berufsrisiko… 

Auch ein Feuerwehrmann ist ein Mensch

Ralf S. will sich nicht geschlagen geben. Er akzeptierte deshalb die Entscheidung des Landgerichts nicht und legte Berufung ein. Denn neben dem Feuerwehrmann gibt es zur Loveparade noch weitere Klagen am Landgericht Duisburg - das Urteil mit Blick auf ihn war der erste Richterspruch in Sachen Loveparade, und gibt damit auch für die weiteren Verfahren die Richtung vor.   

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Landgericht Duisburg, Urteil vom 29. September 2015, Aktenzeichen: 8 O 361/14

Feuerwehrmann

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