Lehrer fordert im Chat Sex von Schülerin

Dienstag, 15.09.2015 DOD

Lehrer sollten zu ihren Schülern ein persönliches, aber niemals ein intimes Verhältnis haben. Wenn ihnen das nicht gelingt, haben sie in diesem Beruf nichts verloren, und die Richter kennen keine Gnade…

Der 40-jährige Sportlehrer konnte es nicht lassen: Monatelang chattete er bei Facebook privat mit seiner 16-jährigen Schülerin. Das Mädchen archivierte allerdings alles, was der Lehrer ihr übers Internet schrieb. Und als der Mann den Teenager schließlich zum Sex aufforderte, war das Maß voll: Das Mädchen ging zur Schulleitung, die daraufhin den Lehrer mit sofortiger Wirkung entließ. Kurz darauf wurde er außerdem von der Bezirksregierung aus dem Beamtenverhältnis entlassen.

Lehrer klagt gegen Entlassung

Darf ein Lehrer mit einer Schülerin sexuell anzüglich chatten? Nein, sagten in dem Fall schließlich auch die Richter am Aachener Verwaltungsgericht, die darüber zu entscheiden hatten. Denn der 40 Jahre alte Beamte hatte dort gegen seine Entlassung geklagt, die er für unverhältnismäßig hielt. Man hätte ihn auch einfach an eine andere Schule versetzen können, argumentierte er.  Es habe schließlich nie körperliche sexuelle Kontakte zwischen ihm und dem Mädchen gegeben.

Erziehung statt Beziehung

Doch die Richter betonten: Ein Lehrer müsse zwischen beruflichen und privaten Leben unterscheiden können. Stattdessen habe er die Schülerin zur Befriedigung seiner eigenen sexuellen Bedürfnisse benutzt. Die Kündigung sei damit gerechtfertigt gewesen. Das Beamtenleben für den Lehrer, der so gerne im Internet chattete, ist damit endgültig vorbei.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Verwaltungsgericht Aachen, Urteil vom 01. Juli 2013, Aktenzeichen: 1 K 2155/13

Mädchen mit Handy

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