Totes Pferd bei Hochzeitsfeier

Freitag, 23.10.2015 DOD

Eine ordentliche Hochzeitsfeier muss auch ordentlich Krach machen. Und das am besten mit Blechbüchsen hinten am Auto und die Hand auf der Hupe. Doch nicht jedem gefällt solch ein Fahrzeug-Konvoi. Und unter Umständen kann es dabei auch schon mal zu Todesfällen kommen…

Wo es still ist, macht Krach am meisten Spaß, dachte sich wohl die Hochzeitsgesellschaft. Menschen können sich dabei ja die Ohren zuhalten – Tiere aber können das nicht. Manche geraten dabei regelrecht in Panik beim Scheppern der Blechbüchsen und bei lautem Hupen. So wie hier ein Pferd, das zuvor ruhig auf seiner Weide graste.

Der „schönste Tag des Lebens“ endet für das Pferd tödlich

Die Zuchtstute bekam durch die laute, anrollende Hochzeitsgesellschaft dermaßen Angst, dass sie durchging, einen Zaun durchbrach und sich dabei schwer verletzte. Auch der Tierarzt konnte nicht mehr helfen und musste das wertvolle Pferd einschläfern. Der Besitzer der Stute verlangte nun von dem Hochzeitspaar die Tierarztkosten und den Wert des Pferdes. Doch Braut und Bräutigam weigerten sich, zu zahlen, und der Fall landete vor Gericht. 

Wer muss „blechen“ für die lauten Büchsen?  

Und die Richter gaben dem Pferdebesitzer Recht: Wer mit solch einem Krach über die Landstraßen fährt, der muss wissen, dass dadurch Tiere in Panik versetzt werden können. Der Halter und der Fahrer des  Brautpaarfahrzeugs müssen deshalb für den entstandenen Schaden aufkommen.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Landgericht Köln, Urteil vom 18. Juli 1997, Aktenzeichen: Az. 21 O 267/95

Frisch verheiratet

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