Kündigung: Mieter verliert Wohnung weil er sich mit Pferdesalbe eincremt

Freitag, 06.02.2015 BJ

„Süß und modrig“ – Seit Jahren schon cremte sich ein 83-jähriger Mieter aus Bonn regelmäßig mit Pferdesalbe ein und machte damit den anderen Bewohnern das Leben schwer. So schwer, dass viele der Mieter im Haus über Kopfschmerzen und Schlafstörungen klagten und auszogen…

Ganze 54 Jahre wohnte der Rentner in der Drei-Zimmer-Wohnung und glaubte, hier tun und lassen zu können, was ihm gefiel. Doch alles hat Grenzen. Denn die anderen Mieter empfanden den ständigen Geruch, der durchs Treppenhaus zog und sich im ganzen Haus verteilt, unerträglich.

Ein ganzes Arsenal an Gerüchen

Und nicht nur die Pferdesalbe war es, die die Gemüter zum Kochen brachte: Der extreme Geruch von altem Schuhputzzeug und Reinigungsmitteln setzten noch einen oben drauf. Der Aufforderung, Türen und Fenster immer geschlossen zu halten, kam der Rentner natürlich nicht nach. So kam es, dass mehrere Mieter aus den umliegenden Wohnungen auszogen, und die darüber liegende Wohnung als nicht mehr benutzbar galt. Darauf reichte die Vermieterin eine Räumungsklage ein.

Wer stinkt, fliegt

Nachdem nicht nur mehrere Zeugen den süßen und modrigen Geruch bestätigt hatten und sogar ein Sachverständiger den Zustand vor Ort begutachtet hatte, blieb dem Gericht nichts anderes übrig, als der Räumungsklage stattzugeben. Wegen der extremen Geruchsbelästigung sei die Kündigung gerechtfertigt, so das Gericht. Doch immerhin: Wegen seins recht hohen Alters wurde dem Mann eine einjährige Räumungsfrist zugestanden.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Amtsgericht Bonn Urt. v. 02.10.2014, Az. 201 C 334/13

§§ 535 ff. BGB

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