Kirchenmusiker will seit 16 Jahren zurück an die Orgel

Freitag, 17.10.2014 BJ

Wegen einer außerehelichen Beziehung wurde dem katholischen Orgelspieler im Jahre 1998 von seinem damaligen Arbeitgeber, der katholischen Kirche, gekündigt. Seitdem zieht der Mann von Gericht zu Gericht.

Doch trotz diverser Klagen vor dem Arbeitsgericht, dem Landesarbeitsgericht, dem Bundesarbeitsgericht sowie auch dem Bundesverfassungsgericht blieb der Organist ohne Erfolg. Erst als im Jahre 2010 der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte eine Verletzung der Privatsphäre feststellte und dem Mann eine Entschädigung von 40.000.- € zusprach, war wenigstens ein Teilerfolg gelungen. Dadurch in seinem Vorhaben bestätigt, zog der Mann sogleich erneut vor das Landesarbeitsgericht Düsseldorf, um zusätzlich seine Wiedereinstellung zu erstreiten.

Die Absolution lässt auf sich warten

Der Landesarbeitsrichter wies die Klage zwar ab, ließ aber die Revision zu. Es wird also weiter gehen! Ob der Kirchenmusiker eines Tages einen Richter findet, der sich seiner erbarmt, bleibt abzuwarten. Der Mann zumindest kündigte bereits an, auch im Falle einer erneuten Niederlage weiter klagen zu wollen. Derzeit arbeitet er übrigens in Teilzeit für die evangelische Kirche.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

§§ 611 ff., 622 ff. BGB, Art. 8 EMRK

Landesarbeitsgericht Düsseldorf Urt. v. 05.06.2014 Az. 11 Sa 1484/13

Verschlossenes Gatter

Weitere Artikel

Kommentare