Unfall: Kein Warnschild bei fehlender Teerdecke

Dienstag, 12.01.2016 DOD

Sind auf der Straße Bauarbeiter am Werk, müssen sie die Baustelle gut absichern. Warnschilder und Absperrungen sollen garantieren, dass niemand zu Schaden kommt. Doch auf alles muss die Baufirma nicht achten. Denn auch Verkehrsteilnehmer haben die Pflicht, aufzupassen – vor allem bei kleineren Baustellen…

Um Unfälle zu verhindern, sind Baustellen auf der Straße in der Regel gut gesichert. Das schreibt das Gesetz auch so vor. Doch es gibt Ausnahmen: Kann man zum Beispiel eine aufgefräste Teerdecke auf einer Straße ohne Schwierigkeiten erkennen, sind besondere Vorkehrungen von Seiten der Baufirma nicht erforderlich - hier erfolgt die Benutzung auf eigene Gefahr!

Vier Zentimeter wurden zum Verhängnis

Und über genau so einen Fall hatte das Landgericht Coburg zu entscheiden: Ein Radfahrer stürzte auf einer Straße, deren Belag über eine Breite von 80 Zentimetern etwa vier Zentimeter tief aufgefräst war. Es fehlte in diesem Bereich die sonst übliche Teerdecke. Links von dieser Stelle blieb allerdings ein Fahrweg von 2,75 Meter Breite. Die Baustelle war nicht abgesperrt. Bei dem Sturz verletzte sich der Radfahrer erheblich und verklagte darauf die Baufirma auf Schadenersatz und Schmerzensgeld.

Das Gericht gibt dem Radfahrer die Schuld

Ohne Erfolg: Angesichts der geringen Tiefe der Auffräsung von nur vier Zentimetern hielt das Gericht eine Sicherung nicht für erforderlich. Der Mann habe außerdem die die zerstörte Fahrbahnoberfläche rechtzeitig erkannt, war aber trotzdem rasant weiter gefahren. Die Schuld am Sturz trage er daher selbst, der Baufirma sei kein Vorwurf zu machen.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Landgericht Coburg, Urteil vom 11. Februar 2015,  Aktenzeichen: 12 O 522/14

Straßenschäden im Asphalt

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