Gericht kippt Sendeverbot von MMA-Kämpfen

Mittwoch, 21.01.2015 BJ

Brutale Mixed-Martial-Arts-Kämpfe in achteckigen Käfigen, bei denen der Gegner sogar noch getreten werden darf, wenn er schon am Boden liegt, sind fürs Fernsehen eigentlich nicht geeignet. Deshalb verbot die Bayerische Landeszentrale für neue Medien die weitere Ausstrahlung solcher Veranstaltungen. Anderer Meinung war da hingegen das Verwaltungsgericht. Es hob kurzerhand dieses Verbot wieder auf mit der einfachen Begründung: „Das ist doch nur Sport“!

In den Mixed-Martial-Arts-Kämpfen der Ultimate Fighting Championssship (UFC) gibt es scheinbar keine Regeln. In einem kleinen Käfig darf getreten, geschlagen und gerungen werden. Schon seit vielen Jahren gab es deshalb grundsätzliche Auseinandersetzungen und Diskussionen über eine Ausstrahlung ab 23 Uhr, bis sie schließlich im öffentlichen Rundfunk aber ganz verboten wurde.

Kampfkunst oder rohe Gewalt?

Gegen das Verbot wehrte sich jedoch das Unternehmen Zuffa, der Betreiber der UFC, da es sich seiner Meinung nach bei den umstrittenen Fights nicht um die Zurschaustellung reiner Gewalt, sondern um „Sport“  handle, bei dem es sehr wohl Regeln gäbe. Außerdem vereine MMA nichts anderes als anerkannte Sportarten wie Boxen, Kickboxen, Muay Thai, Karate, Jiu-Jitsu, Ringen, Judo und Sambo. 

Offenbar schaut’s der Richter auch gerne…

Diese hehre Argumentation überzeugte wohl das Verwaltungsgericht, das darauf meinte, dass es vor diesem Hintergrund nachvollziehbar sei, diese Kämpfe als Sportveranstaltungen einzustufen. Denn „nur weil MMA-Kämpfe von Natur aus brutal sind, darf man sie nicht in Form eines Ausstrahlungsverbots verbieten“. MMA-Fans können sich demnach auf neue Fights freuen.

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Verwaltungsgericht München Urt. v. 09.10.2014, Az. 17 K 10.1438

§ 26 Abs. 1 FSS

MMA, Mixed-Martial-Arts

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