Ein Tier ist kein Mensch

Samstag, 06.06.2015 DOD

Es sollte ein schöner Spaziergang durch die Felder werden, als eine Frau mit ihrem 14 Monate alten Labrador spazieren ging. Doch der Hund war nicht an der Leine, als der Traktor plötzlich um die Ecke bog, und der Ausflug endete tragisch unter den Reifen des schweren Gefährts…

Der Traktor erfasste den Labrador und verletzte das Tier so stark, dass der Tierarzt den Hund einschläfern musste. Die Frau zog darauf vor Gericht und forderte Schmerzensgeld von dem Landwirt, der den Traktor gefahren hatte. „Der geliebte Hund sei ihr ganzer Lebensinhalt gewesen und sie habe nach dessen Tod sogar Depressionen bekommen, die mit Medikamenten behandelt werden mussten“, so die Begründung der offensichtlich mitgenommenen und gezeichneten Frau.

Höchstrichterlich entschieden: Ein Tier ist nach wie vor eine „Sache“

Das fast schon lapidar anmutende Urteil des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe: Hunde sind keine Menschen. Und nur bei menschlichen Unfallopfern ist ein Schmerzensgeld möglich, wenn Angehörige „Schockschäden mit Krankheitswert“ erleiden. Wird „nur“ ein Tier überfahren, kann man zwar Ersatz für materielle Schäden - wie etwa die Tierarztrechnung oder den Zuchtwert - fordern, aber eben kein Schmerzensgeld. Denn so sehr Besitzer ihr Tier auch lieben: vor Gericht gelten sie nach wie vor als Sache, und es gehört laut der Richter zum „Lebensrisiko eines nicht angeleinten Tieres“, überfahren zu werden…

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Bundesgerichtshof, Urteil vom 20. März 2012, Aktenzeichen: VI ZR 114/11 

Hundewelpe vor Feuer

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