Es grünt so grün – Kann Schneemangel entschädigt werden?

Dienstag, 15.12.2015 DOD

Das ganze Jahr Schnee - heißt es zumindest vielversprechend im Reisekatalog. Doch wenn das leuchtende Weiß nur im Prospekt zu sehen ist, am Urlaubsort es aber nur grüne Wiesen gibt, ist der Wintersporturlaub zumindest für Skifahrer gelaufen. Doch muss man das einfach so hinnehmen?…

Rechtlich betrachtet sind grüne Skipisten am Urlaubsort ein „allgemeines Lebensrisiko“. Das heißt: Pech gehabt. Ausbleibender Schnee ist auch keine höhere Gewalt, wie ein Sturm oder eine Flutkatastrophe. Das Risiko trägt daher allein der Urlauber, den Wettergott kann er schließlich nicht vor Gericht stellen. Anders sieht es allerdings aus, wenn der Veranstalter „Absolute Schneesicherheit“ verspricht - und das kommt öfter vor, als man denkt! 

Wenn der Wettergott vor Gericht muss

Denn dann müssen gewisse Zusagen eingehalten werden. Das bedeutet: Wenn im Reisekatalog Schneesicherheit versprochen wurde und kein Flöckchen vom Himmel kam, steht dem Urlauber eine finanzielle Entschädigung zu. Allerdings nur, wenn gar nichts mehr geht - das heißt, es müssen schon alle Lifte stillstehen, um Ansprüche geltend zu machen. 

Auch ohne Schnee ist Urlaub möglich

Denn sind zum Beispiel die höher gelegenen Pisten befahrbar, ist die Schnee-Garantie vom Veranstalter schon erfüllt. Auch eine längere Anfahrt zur Piste muss bei Schneemangel in Kauf genommen werden. Und selbst wenn gar kein Wintersport möglich ist, muss der Veranstalter nicht den vollen Reisepreis zurückbezahlen: Das Amtsgericht München sprach so den Klägern in einem Fall nur ein Viertel des Reisepreises zu. Denn der Urlaub - so das Argument der Richter - konnte ja trotzdem gemacht werden…

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Amtsgericht München, Urteil vom 13. Juli 1987, Aktenzeichen: 161 C 10590/89

Landgericht Frankfurt, Urteil vom 25. Februar 1992, Aktenzeichen: 2/24 S 480/89

Alpen ohne Schnee

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