Wenn das Wildschwein blöderweise ein Pony ist

Donnerstag, 30.07.2015 DOD

In Berlin dachte ein Jäger, er habe ein Wildschein vor der Flinte. Also drückte er ab und schoss. Doch das vermeidliche Wildschwein entpuppte sich darauf schnell als ein nun totes Islandpony. Der Mann musste deswegen seinen Waffenschein abgeben. Doch anstatt Einsicht für sein Fehlverhalten zu zeigen, klagte er dagegen vor dem Verwaltungsgericht… 

Für die Waffenbehörde ein klarer Fall: Wer nicht in der Lage ist, ein Pferd von einem Wildschwein zu unterscheiden, der dürfe auch kein Waffenschein besitzen und und schon gar nicht schießend auf die Jagd gehen. Doch dieser Meinung war der Jäger absolut nicht: „Ein einziger Fehlschuss könne doch nicht solche Folgen nach sich ziehen, schließlich sei es ja dunkel gewesen“  - und da könne so etwas eben passieren…

Ein Jäger sollte wissen, worauf er zielt

Doch dem folgte das Gericht ganz und gar nicht. Denn seiner Meinung nach muss ein Jäger vor dem Schuss ganz sicher feststellen, um welches Tier es sich handelt. Und nicht nur das. Sogar über das Alter, das Geschlecht und den Gesundheitszustand des Tieres muss absolute Klarheit herrschen, bevor er abdrückt.

Richter bleiben konsequent

Das war hier nicht der Fall, so das Gericht. Außerdem hätte der Jäger wissen müssen, dass sich in unmittelbarer Nähe seines Jagdreviers ein Pferdehof mit großen Weiden befand. Und noch etwas stellten die Richter klar: Bei schlechter Sicht darf überhaupt nicht geschossen werden. Das Verwaltungsgericht entschied deswegen: Der Jäger bekommt seinen Waffenschein nicht mehr zurück. Das hilft zwar dem Pony nichts mehr, aber das Jagen und Schießen gehört für den Mann nun der Vergangenheit an, sein Hobby muss er für immer an den Nagel hängen. Seine Klage vor Gericht blieb damit sozusagen ein Schuss in den Ofen…  

Textbezogene Paragraphen / Urteile:

Verwaltungsgericht Berlin, Urteil vom 23. Oktober 2013, Aktenzeichen: 1 L 251.13

Jäger mit zwei Hunden

Weitere Artikel

Kommentare